MRSA

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 03.03.2020

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Synonym(e)

Methicillin-resistenter S. aureus; Methicillin-resistenter Staph. aureus; Multi-resistenter S. aureus

Definition

Akronym für "Methicillin-resistente Staphyloccocus aureus"-Stämme. Staphylokokken-Stämme mit Resistenzen gegen beta-Lactamantibiotika infolge einer chromosomal vermittelten Bildung veränderter Penicillin-bindender Proteine und daraus resultierend niedrigerer Bindungsaffinität für alle beta-Lactamantibiotika. Häufig bestehen weitere Resistenzen, z.B. gegen Erythromycin, Tetracycline, Chloramphenicol, Clindamycin, Aminoglykoside, Gyrasehemmer (s. hierzu auch unter ESBL).

Vorkommen/Epidemiologie

Weltweit auftretend; auf Intensivstationen in den USA > 50%, in Südeuropa und Frankreich > 30%. In Deutschland: Inzidenz in Krankenhäusern zwischen 15-20%. Zunehmend auch bei Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen (etwa 2,5%).

Klinisches Bild

MRSA verursachen keine speziellen Krankheitsbilder (s.u. Staphylokokken), sie kolonisieren jedoch zunehmend das Ulcus cruris und gewinnen dadurch zunehmende Bedeutung. MRSA kann ohne klinische Symptomatik als Besiedlungskeim auf der Nasen- und Rachenschleimhaut und der Haut vorkommen. Hierdurch entstehen Keimreservoirs, die immundefiziente Pat. infizieren können. Keimbesiedlungen bei Krankenhauspersonal sind bes. zu werten (haMRSA = hospital acquired MRSA), da kontinuierliche Ansteckungsgefahr für Patienten mit Immuninsuffizienz, offenen Wunden, Dialyse, intravasalen Kathetern oder künstlicher Beatmung gegeben ist. Besiedelte Patienten müssen deshalb frühzeitig erkannt, isoliert und nach Möglichkeit saniert werden.

Therapie

Eine Antibiotikatherapie ist nur bei klinisch manifesten Erkrankungen indiziert.

Besiedelungen werden lokal dekontaminiert (Haut: Waschungen z.B. mit Octenidin, Chlorhexidin, Polihexanid.

Nase: Mupirocin-Salbe für 5-6 Tage (Cave: zunehmende Resistenzen gegenüber Mupiricin (Turixin).

Bei klinisch relevanten Infektionen sind Glykopeptide ( Vancomycin oder Teicoplanin), Linezolid, Tigecyclin, Daptomycin und mit Einschränkung Reserveantibiotika wie Fusidinsäure (Fucidine), Fosfomycin (Infectofos) oder Rifampicin (Rifa) wirksam.

Prophylaxe

Patienten isolieren: Einzelzimmer oder Kohortenisolierung, Zimmer kennzeichnen.

Bei Betreten des Raumes Extra-Schutzkittel tragen, der im Raum verbleibt. Wechsel spätestens nach 24 Std.

Schutzhandschuhe, Mundschutz tragen beim Umgang mit Patienten.

Händedesinfektion vor Verlassen des Raumes.

Personal: nach Möglichkeit patientengebundene Pflege

Wache Patienten: aufklären, Händedesinfektion vor Verlassen des Zimmers.

Transport des Patienten: möglichst auf Trage oder im Bett; Mundschutz; bei Wundinfektion Wunde mit Verband abdecken, bei Harnwegsinfektion feuchtigkeitsundurchlässige Windel anlegen.

Bei Verlegung: Station bzw. Krankenhaus unterrichten.

Mupirocin Nasensalbe (Turixin Salbe) bei Nachweis von MRSA im vorderen Nasenraum.

Ganzkörperwaschungen (z.B. Chlorhexidin, Polihexanid) bei Nachweis von Staph. aureus Kolonisation der Haut (Pat. und Personal).

Hinweis(e)

Um eine Ausbreitung von MRSA zu verhindern, sind bei MRSA-Patienten strenge Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen einzuhalten. Weitere Bakterienstämme, die der Wirkung von Antibiotika entrinnen können, sind die Erreger der sog. ESKAPE-Gruppe: Enterococcus faecium, Staphylococcus aureaus, Klebsiella pneumoniae, Acinobacter baumanii, Pseudomonas aeruginosa, Enterobacter-Stämme.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Maisch T et al. (2011) Photodynamaische Inaktivierung von multiresistenten Bakterien (PIB) - ein neuer Ansatz zur Behandlung oberflächlicher Infektionen im 21. Jahrhundert. JDDG 9: 360-367

Disclaimer

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