Lorbeer echter

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Zuletzt aktualisiert am: 11.02.2026

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Synonym(e)

Bay leaf; Laurus nobilis; Lorbeerbaum; Sweet bay

Definition

Immergrünes, frostempfindliches Baumgewächs aus der Familie der Lauraceae.

Laurus nobilis ist Stammpflanze von Laurum folium den Lorbeerblättern. Anwendungen als Gewürz.

Laurus nobilis ist Stammpflanze von Oleum lauri (expressum), dem Lorbeeröl. Anwendungen als hyperämisierende Einreibungen-

Kosmetikindustrie: Laurus nobilis oil (INCI)

Vorkommen

Mittelmeergebiet, subtropische und tropische Länder; als Kulturpflanze großflächig u.a. in der Türkei angebaut.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Lorbeeröl hat eine hyperämisierende, antiphlogistische und antimikrobielle Wirkung und wird bei Furunkeln, Abszessen, rheumatischen Beschwerden und in der Veterinärmedizin zur Euterpflege eingesetzt.

Gelegentlich wird Lorbeer auch als Magen-Darm-Mittel, als Antipsoriatikum sowie als Aromazusatz in Kräuterpackungen, Seifen und Zahnpasten verwendet.

Die Früchte wirken eingenommen appetitanregend.

Unerwünschte Wirkungen

Lorbeeröl enthält zahlreiche Sesquiterpenlaktone, darunter die allergologisch bedeutsamen Dehydrocostuslakton, Costunolid, Eremanthin und Laurenobiolid.

Sensibilisierungspotenz: Mittelstark. Sensibilisierungshäufigkeit: Gelegentlich. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Kontaktdermatitiden beschrieben. Häufig traten solche auf, als Lorbeeröl noch als Appretur für Hut-und Stirnbänder verwandt wurde, s. unter Hutbanddermatitis.

 

 

Vereinzelt wurden auch Erythema exsudativum multiforme-artige Kontaktallergien beschrieben.  

Klinik

Der Genuss von Lorbeerblättern kann zu Cheilitiden und Stomatitiden führen. Kreuzreaktionen wurden bei Sensibilisierten gegenüber Kompositen beschrieben (z.B. Parthenolid aus Mutterkraut oder Alantolakton aus Alant).

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

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