Kämpferol
Synonym(e)
Keywords
TSLP-TSLPR-Wechselwirkung; Sennesblätter;Teufelskrallenwurzel; Prunus spinosa; Primula veris; Echte Schlüsselblume; Rhamnusarten;
Definition
Flavonderivat (s.u. Flavonoide) das natürlich in zahlreichen Pflanzen, meist glykosidisch mit einem Zucker verbunden, vorkommt. Kaempferol findet sich u.a. in Sennesblättern, in der Teufelskrallenwurzel, in den Blüten von Prunus spinosa, Primula veris (Echte Schlüsselblume) und in den Früchten von Rhamnusarten.
Auch interessant
Wirkungen
Kämpferol ist ein Phytoöstrogen. Die Substanz wirkt, wie experimentell nachweislich, antimikrobiell, antientzündliche, kardio- und neuroprotektiv, analgetisch und anxiolytisch.
Wirkungsspektrum
Kaempferol ist ein biologisch aktives Pflanzenpolyphenol mit einem bemerkenswert breiten experimentellen Wirkungsspektrum. Gerade seine Einflüsse auf NF-κB, Nrf2, NLRP3 und die mitochondriale Apoptose machen es für die dermatologische und onkologische Grundlagenforschung interessant.
Kaempferol-7-O-Glucosid (K-7-G) greift in die TSLP-TSLPR-Wechselwirkung ein, hemmte selektiv die TSLP-vermittelte JAK2/STAT5-Phosphorylierung und senkte die IL-4- (p < 0,0001) und IL-13-Spiegel (p < 0,001) signifikant.
Die topische Anwendung von 1 % K-7-G linderte AD-ähnliche Symptome in einem Mausmodell signifikant, indem sie die Dicke der Rückenhaut, den Dermatitis-Score und die Kratzfrequenz verringerte und gleichzeitig die Expression von Filaggrin, Loricrin und Occludin wiederherstellt. Gleichzeitig reduziert K-7-G in konzentrationsabhängiger Weise wichtige Entzündungsmediatoren, darunter TSLP, IL-4, IL-13, TNF-α, IFN-γ und IgE (Lan X et al. 2026) .
Hinweis(e)
Die größte Hürde für eine medizinische Nutzung ist die begrenzte systemische Bioverfügbarkeit. Kaempferol wird über die Nahrung häufig als Glykosid aufgenommen. Nach intestinaler Hydrolyse und Resorption erfolgt eine ausgeprägte Metabolisierung, insbesondere durch Glukuronidierung und Sulfatierung. Damit unterscheidet sich die tatsächliche Exposition des Organismus erheblich von den experimentellen Bedingungen vieler Zellkulturstudien, in denen freies Kaempferol in vergleichsweise hohen Konzentrationen eingesetzt wird.
Auch Wechselwirkungen mit dem Darmmikrobiom sind von Interesse: Darmbakterien können Flavonoidglykoside und ihre Abbauprodukte metabolisieren. Umgekehrt werden Effekte von Kaempferol auf mikrobielle Gemeinschaften untersucht. Die klinische Bedeutung dieser Wechselwirkungen ist noch unklar.
In diversen Publikationen wurden 0,1% Kaempferol-Applikationen untersucht. Klinsiche Anwendungen können derzeit nicht empfohlen werden.
Literatur
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Kopernio
Kopernio
- Lan X et al. (2026) Kaempferol-7-O-Glucoside Ameliorates Atopic Dermatitis via the TSLP-Mediated JAK2/STAT5 Signaling Axis. Pharmaceuticals (Basel) 19:580.