Farfarae folium

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

Alle Autoren dieses Artikels

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

This article in english

Synonym(e)

Huflattichblätter

Definition

Farfarae folium, auch Huflattichblätter genannt, ist eine Droge, die in pflanzlichen Arzneimitteln zur Behandlung von leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie einer akuten Katarrhe der Luftwege mit Husten und Heiserkeit verwendet wird.

Inhaltsstoffe

Farfarae folium enthält 6 bis 10 % saure Schleimpolysaccharide, Inulin, circa 5 % Gerbstoffe, wechselnde Mengen an hepatotoxischen Pyrrolizidinalkaloiden mit einem 1,2-ungesättigten Necingerüst und deren N-Oxide (Tussilagin und Senkirkin).

Wirkungen

Huflattichblätter wirken reizlindernd und antiphlogistisch

Anwendungsgebiet/Verwendung

Farfarae folium wird zur Behandlung von leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie einer akuten Katarrhe der Luftwege mit Husten und Heiserkeit eingesetzt.

Dosierung

Die Tagesdosis der Droge liegt, der Zubereitung entsprechend, zwischen 4 und 6 g. Die Tagesdosis von Huflattichtee sollte 10 ug nicht überschreiten, die von Extrakten und Frischpflanzenpresssaft sollte nicht mehr als 1 ug Pyrrolizidinalkaloide mit 1,2-ungesättigtem Necingerüst einschließlich ihrer N-Oxide enthalten.

Die Anwendungsdauer sollte nicht länger als 4 bis 6 Wochen im Jahr betragen.

Unerwünschte Wirkungen

Es sind keine unerwünschten Wirkungen bekannt.

Kontraindikation

Bei einer bestehenden Schwangerschaft oder während der Stillzeit sollte als Vorsichtsmaßnahme auf die Einnahme verwendet werden, konkrete Verdachtsfälle gibt es jedoch nicht.

Wechselwirkungen

Es sind keine Wechselwirkungen mit anderen Inhaltsstoffen bekannt.

Hinweis(e)

Empfehlungen für Grenzwerte der Europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde EMA vom November 2014 besagen, dass pflanzliche Arzneimittel maximal 0,35 ug toxische ungesättigte Pyrollizidinalkaloide in der Tagesdosis enthalten dürfen.

Durch Forschungen im Bereich der Züchtung ist es inzwischen gelungen, Huflattichblätter zu produzieren, die frei von Pyrrolizidinalkaloiden sind.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Schilcher H (Hrsg.) in, Leitfaden Phytotherapie, Urban & Fischer Verlag (2016) München, S. 162 f.

Weiterführende Artikel (1)

Pyrrollizidinalkaloide;
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017