Schönlein, Johann Lucas

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Zuletzt aktualisiert am: 12.10.2026

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Keywords

Würzburg; Purpura Schönlein-Henoch; Favus; 

Biographische Angaben

(¤ 30.11.1793, † 1864) Internist, tätig in Würzburg, Zürich, Berlin. Schönlein wurde am 30.11.1793 als Sohn eines Seilers in Bamberg geboren. Er besuchte zunächst das Gymnasium in Bamberg und begann 1811 mit dem Studium der Naturwissenschaften und anschließend der Medizin in Würzburg. 1816 dort Promotion über das Thema "von der Hirnmetamorphose". Studienaufenthalte führten Schönlein nach Göttingen, Gotha und Jena.

Mit 24 Jahren Habilitation in Würzburg. Mit 25 Jahren wurde ihm die medizinische Leitung der Medizinischen Klinik am Juliusberg übertragen. Erstmals wurden von ihm in Würzburg zwischen 1818 und 1830 Vorlesungen mit rein dermatologischen Themen gehalten. Er widmete eine seiner Vorlesungsreihen den syphilitischen Krankheiten.

1824 Ernennung zum Ordinarius der speziellen Pathologie.

Schönlein galt zu seiner Zeit als der beste deutsche Internist. Nach aktiver Teilnahme am Hambacher Fest wurde er jedoch von der bayrischen Regierung als Amtsarzt nach Passau zwangsversetzt. Diese Versetzung lehnte er ab. Stattdessen wechselte er nach Frankfurt/Main als praktischer Arzt.

1833 erfolgte ein Ruf an die neugegründete Medizinische Fakultät nach Zürich.

1840–1859: Professor an der Berliner Universität und Direktor der Medizinischen Klinik der Charité.

Schönlein war nicht nur ein herausragender Kliniker, sondern auch ein außerordentlich einflussreicher Lehrer. Zu seinen Schülern gehörte u.a. Rudolf Virchow, der später die Zellularpathologie begründete. Schönlein publizierte nur eine einzige wissenschaftliche Arbeit, seine Dissertation.

1864: Gestorben am 23. Januar in Bamberg.

Forschungsgebiet(e): 

1832 beschrieb Schönlein unter der Bezeichnung Peliosis rheumatica eine Erkrankung, bei der purpurische Hautveränderungen mit Gelenkbeschwerden einhergingen. Sein Schüler Eduard Heinrich Henoch ergänzte später insbesondere die abdominellen und renalen Manifestationen. Heute kennen wir das Krankheitsbild als IgA-Vaskulitis, eine Immunkomplexvaskulitis kleiner Gefäße mit bevorzugter Beteiligung von Haut, Gelenken, Gastrointestinaltrakt und Nieren.

1839 entdekte Schönlein einen Pilz als Erreger des Favus . Der "Favus-Pilz" wurde später als Achorion schoenleinii bezeichnet. Heute wird er als Trichophyton schoenleinii klassifiziert.

Seine damalige Entdeckung war geradezu revolutionär: Erstmals ließ sich eine menschliche Erkrankung überzeugend mit einem mikroskopisch nachweisbaren Pilzerreger verbinden. Die Publikation hierüber erfolgte durch seinen Mitarbeiter Robert Remak im Jahre 1845.

1832 Erstbeschreibung der Purpura Schönlein-Henoch (anaphylaktische Purpura); 1839 Erstbeschreibung des Favus-Pilzes (Trichophyton schoenleinii).

Literatur
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  1. Olk J et al. (2019) Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Unniversitätsklinikums Würzburg: Geschichte und Gegenwart. Akt Dermatol 45: 14-23 
  2. Seebacher C (2008) In: Löser Ch, Plewig F (eds.) Pantheon der Dermatologie, S. 934-938. Springer Medizin Verlag, Heidelberg