Synonym(e)
Erstbeschreiber/Historie
Schon bei Celsus findet sich der Begriff "Favus". Ob damit der Favus im heutigen Sinne bezeichnet wurde, ist unklar. Nach M. Kaposi findet sich erstmals 1829 bei dem franzöischen Dermatologen Mahon der Hinweis auf die Kontagiosität der Erkrankung. Erst 1839 erbrachte die Entdeckung Schönleins die Klarheit über die Pilznatur der Erkrankung).
Definition
Seltene Sonderform der Tinea capitis, mit hochchronischer, zu narbiger Alopezie ( Pseudopéladezustand) führende Entzündung der Kopfhaut mit Bildung charakteristischer schildchenförmiger, myzelhaltiger Krusten (Scutula). Scutulae sind bei rund 95% der Betroffenen ausgebildet.
Auch interessant
Erreger
Trichophyton schoenleinii, ein zu den Dermatophyten gehöriger Pilz. Übertragung von Mensch zu Mensch, geringe Kontagiosität.
Vorkommen/Epidemiologie
Der Favus ist in Mitteleuropa sehr selten und wird gelegentlich durch Personen aus Endemiegebieten (China, Nigeria, Russland) eingeschleppt.
Manifestation
Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auftretend. Das Erkrankngsmaximum liegt bei Kindern im Alter zwischrn 6 und 10 Jahren. Schlechte hygienische Verhältnisse und stark abschließende Kopfbedeckungen fördern die Infektion. Die Erkrankungsdauer beläuft sich unbehandelt auf 6-10 Jahre. Mit zunehmendem Alter nimmt die Empfänglichkeit der Haut für den Favus ab. Erwachsene infizieren sich kaum noch. Die Erkrankung kann lebenslänglich bestehen.
Klinik
Zunächst mit feinen grauweißen Schuppen bedeckte Erytheme, bei Ausdehnung der Pilzkolonien Entstehung gelblicher Krusten in den Haarfollikeln. Vergrößerung zu den sog. Scutulae (= schüsselförmig gedellte, 0,5 bis 2,0 mm große, teilweise konfluierende gelbe Krusten, die im Zentrum von 1 oder 2 Haaren durchbohrt werden) auch als Favuscutulae bezeichnet. Exsudation, Impetiginisation, penetranter Geruch nach "Mäuseurin". Dieser Vorgang führt zu einer Zerstörung der Haare, die langsam ausbleichen und zerstört werden (follikuläre Narbenbildung). Die Herde fluoreszieren im Wood-Licht grau-grün. Nach Abheilung narbige Alopezie mit einzelnen Haarbüscheln in den atrophischen Arealen (Favus-Alopezie). Meldepflicht!
In selteneren Fällen entwicklen sich klinische Bilder die an eine Tinea amiantacea erinnern (Anane S et al. 2012).
Histologie
Therapie
Externe Therapie
Interne Therapie
Verlauf/Prognose
LiteraturFür Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir
Kopernio
Kopernio- Anane S et al. (2012) Tinea capitis favosa misdiagnosed as tinea amiantacea. Med Mycol Case Rep 2:29-31.
-
Kaposi M (1976) Favus . In Virchow R (Hrsg) Handburch der speciellen Pathologie und Therapie. Verlag F. Enke, Stuttgart S.592-593
- Niczyporuk W et al. (2004) Tinea capitis favosa in Poland. Mycoses 47:257-260.
- Poppe H et al. (2013) Pitfall scarring alopecia: favus closely mimicking lichen planus. Mycoses 56:382-384.
Verweisende Artikel (21)
Alopezie, Favus-Alopezie; Atrophie, sekundäre; Büschelhaare; Clotrimazol-Salbe Hydrophile 2% (NRF 11.50.); Dermatomycosis favosa; Erbgrind; Favid; Favus-Alopezie; Flechtengrind; Kopfgrind; ... Alle anzeigenWeiterführende Artikel (14)
Alopezie (Übersicht); Antimykotika; Clotrimazol; Clotrimazol-Salbe Hydrophile 2% (NRF 11.50.); Dermatophyten; Griseofulvin; Impetiginisation; Itraconazol; Ketoconazol; Meldepflicht; ... Alle anzeigenDisclaimer
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