Clotrimazol

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

Co-Autor: Christoph Rose

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Zuletzt aktualisiert am: 10.03.2026

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Synonym(e)

Clotrimazol-Lösung 1% (NRF 11.40.); Clotrimazol-Zinksalbe 1%; Hydrophile Clotrimazol-Salbe 2% (NRF 11.50.)

Definition

Topisches, lipophiles, Imidazol-Antimykotikum mit einem breiten antimykotischen Spektrum und schwacher antibakterieller Wirkung.

Pharmakodynamik (Wirkung)

Azole inhibieren die mikrosomale Cytochrom-P450-abhängige Lanosterol-14-α-Demethylierung, einen Schritt in der Ergosterol-Synthese. Dies führt zu Störungen der Membranpermeabilität und zur Wachstumshemmung der Pilze.

Clotrimazol ist säurelabil. Bei einem pH < 5 wird es hydrolytisch gespalten und damit wirkungslos.

Der in etwa pH-neutrale Harnstoff lässt sich problemlos mit Clotrimazol kombinieren (Beispiel: 40 %ige Harnstoff-Paste mit 1 % Clotrimazol - NRF 11.57 zur konservativen Behandlung der Onychomykose)

Mit dem alkalischen Zinkoxid kann Clotrimazol im ganzen Spektrum der hydrophilen und lipophilen Cremes ohne Schwierigkeiten kombiniert werden (z. B. in Basiscreme DAC).

Die Clotrimazolwirkung wird als fungistatisch eingruppiert. Bei lokaler Anwendung wird es nicht systemisch resobiert. Resistenzen sind selten. Weiterhin ist Clotrimazol wirksam gegen einige grampositive Bakterien.    

Indikation

Mykosen an Haut und Genital, Erythrasma.

Schwangerschaft/Stillzeit

Clotrimazol lokal kann nach dem 1. Trimenon in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Auch bei den häufigen Vaginalmykosen in der Schwangerschaft kann Clotrimazol (neben Nystatin) eingesetzt werden. 

Dosierung und Art der Anwendung

Lösung/Spray/Paste/Creme/Puder: 2-3mal/Tag über 2-4 Wochen dünn auf die betroffen Hautstellen auftragen.

Vaginalovula 2mal/Tag 1 g (Partnerbehandlung!).

Normkonzentration

1–2 % in Lösungen, Sprays, Pasten, Cremes, Salben und Pudern.

Unerwünschte Wirkungen

Allergische Reaktionen gegen Clotrimazol sind außerordentlich selten. In einer größeren Untersuchungsreihe an 2.512 getesteten Personen wurde 26 mal (1 %) eine positive Reaktion nachgewiesen. Die DKG hat Clotrimazol bisher 5 %ig in Vaseline getestet. Diese Applikationsform ist als Testsubstanz in Deutschland nicht mehr erhältlich. Insofern wird nunmehr (Stand 2016) eine 1 %ige Konzentration Clotrimazol in Vaseline empfohlen.  

Pruritus

bei vaginaler Applikation: Abdominalspasmen, Völlegefühl, Dyspareunie

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitigem Gebauch von Natamycin oder Nystatin kommt es zu einer wechselseitigen Wirkungsminderung. Aus der pH-Abhängigkeit (Hydrolyse bei pH < 5,5) ergibt sich eine Inkompatibilität mit Säuren (z. B. Salicylsäure, diese erzeugt in wasserhaltigen Vehikelsystemen einen pH von 2–3!) und sauren Salzen! Clotrimazol ist in Rezepturen mit Erythromycin kompatibel. Weiterhin sind auch Kombinationen mit versch. Glukokortikoiden möglich (s. u.).

Kontraindikation

Schwangerschaft 1. Trimenon, Azol-Überempfindlichkeit.

Rezeptur(en)

Weniger gut als Grundlage geeignet ist die wasserhaltige hydrophile Salbe DAB. Hingegen eignen sich die Basiscreme DAC und die nichtionische hydrophile Creme sehr gut; beide Varianten sind bei 25° C drei Monate haltbar.

Kombination mit Erythromycin: Hier empfiehlt sich folgende Rezeptur:

  • Erythromycin                                  0,5
  • Clotrimazol                                     2,0
  • NaHCO3 - Lsg. 4,2 % q.sat. pH 8–8,5
  • Eucerin c. aqua ad                         100,0.

Kombinationen mit Glukokortikoiden:

Die rezepturüblichen Kortikoide Prednicarbat, Hydrocortison, Triamcinolonacetonid, Mometasonfuroat, Betamethasondipropionat und Clobetasolpropionat sind selbst nicht pH-aktiv und in pH-Bereichen zwischen 3,5–5,5 stabil. Sie lassen sich somit mit Clotrimazol kombinieren. Durchaus möglich ist auch eine Zumischung von Clotrimazol zu standardisierten Rezepturformeln. Folgende beispielhafte Rezepturen sind möglich (n. H. Reimann):

  • Rp:
  • Clotrimazol                                                                                  0,5
  • hydrophile Prednicarbat-Creme 0,15 % (NRF 11.144.)         ad 50,0   
  • ----------------------------------------------------------------------------------------
  • Rp:
  • Clotrimazol                                                                                  0,5
  • Trimacinolonacetonid-Emulsion 0,1 % (NRF 11.47.)             ad 50,0  
  •  --------------------------------------------------------------------------------------------   

Kombinationen mit Salicylsäure:        

Wässrige Salicylsäure-Lösungen reagieren stark sauer (pH 2,5). Somit gelten diese  Kombinationen als inkompatibel. Allerdings erweist sich eine hydrophile Salicylsäure-Creme (bis 5 %) mit Clotrimazol 1 % als im Kühlschrank für 4 Wochen haltbar.

  • Rp (n. H Reimann):  
  • Clotrimazol                                                                                    0,5
  • Prednicarbat                                                                                  0,125
  • Salicylsäure                                                                                    1,0
  • Basiscreme                                                                                ad 50,0 
  • ----------------------------------------------------------------------------------------------

Präparate

SD-Hermal Minuten-Creme, Antifungol, Benzoderm myco, Canesten, Canifug, Cloderm, Clotrigalen, Clotrimazol, Durafungol, Fungiderm, Fungizid, Mycofungin, Uromykol

Hinweis(e)

Das Stabilitätsoptimum von Clotrimazol liegt bei pH 7–8. Clotrimazol ist säurelabil und wird bei pH-Werten < 5 hydrolisiert. Bei höheren pH-Werten bleibt es stabil. Es ist in Wasser und Glycerol unlöslich, in Ethanol und Isopropylalkohol einigermaßen gut löslich (9,5 in 100); weiterhin ist es in therapeutischer Konzentration in fetten Ölen löslich, nicht jedoch in paraffinischen Dermatikabestandteilen.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Crowley PD et al. (2014) Clotrimazole as a pharmaceutical: past, present and future. J Appl Microbiol 117:611-617
  2. Geier J et al. (2016) Aktuelles zu den Epikutantestreihen der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe. Dermatologie in Beruf und Umwelt 64: 70-75
  3. Grunewald S et al. (2017) Dermatological topical and systemic therapy during pregnancy. Hautarzt 68:127-135.
  4. Nenoff P (2011) Mykologie-State of the Art. Kompendium Dermatologie 7:17-19
  5. Reimann H (2015) Clotrimazol in Wirkstoffkombinationen. Hautarzt 66: 795-796
  6. Wolf G (2010) Dosisungenauigkeiten durch sedimentierende Wirkstoffe. Hautarzt 61: 922-923
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