Pertussis A37.9

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Co-Autor: Julian Baur

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Zuletzt aktualisiert am: 12.02.2020

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Synonym(e)

Keuchhusten

Definition

Akute bakterielle Infektionskrankheit bei Kindern mit bellendem, anfallweisem Husten und ggf. anschließendem Erbrechen. Als Hauterscheinungen sieht man ein traumatisches Schleimhautgeschwür am Zungenbändchen und Hämorrhagien. Außerdem: Subkonjunktivale Petechien, Nasen- und Zahnfleischblutungen, evtl. eine nekrotisierende, leukozytoklastische Vaskulitis.

Ätiopathogenese

Tröpfcheninfektion mit Bordetella pertussis.

Klinisches Bild

Das klinische Bild verläuft bei Ersterkrankung klassischerweise in 3 Stadien ab:

 

I. Stadium catarrhale: Es dominieren Symptome eines unspezifischen Infektes der oberen Atemwege (Schnupfen, leichter Husten), Fieber spricht allerdings eher gegen die Diagnose. Dauer ca. 1-2 Wochen.

II. Stadium convulsivum: Anfallsartige Hustenstöße (sog. Stakkatohusten) dominieren das klinische Bild, gefolgt von einem inspiratorischen Keuchen bzw. Juchzen. Häufig wird auch im Zusammenhang mit den Hustenattacken ein Hervorwürgen von zähem Schleim und/oder Erbrechen beobachtet. Auch in diesem Stadium ist Fieber untypisch und weist gegebenenfalls auf eine bakterielle Sekundärinfektion hin. Dauer 4-6 Wochen.

III. Stadium decrementi: Allmähliches Abklingen der oben genannten Beschwerden. Dauer 6-10 Wochen.

Diagnose

Da die Symptomatik besonders bei erwachsenen Patientin häufig nicht typisch ist, ist für die Diagnosestellung die Labordiagnostik entscheidend. Diese sollte durchgeführt werden, wenn ...

  1. typische Symptome vorliegen (Hustenattacken, nachfolgend inspiratorischer Stridor oder Erbrechen) oder
  2. Kontakt zu einem bestätigten Keuchhustenfall stattgefunden hat oder
  3. Husten länger als 14 Tage persistiert.

Innerhalb der ersten 2-3 Wochen nach Symptombeginn ist die Serologie nicht aussagekräftig, in diesem Stadium eignet sich ein tiefer Nasopharyngealabstrich mit direktem Erregernachweis mittels Kultur oder PCR. Nach etwa 3 Wochen können serologisch IgG-Antikörper gegen Bordetella pertussis (PT-IgG-Antikörper) mittels ELISA nachgewiesen werden, wobei bei nicht diagnostischen Titern (Graubereich) eine Bestätigung durch Nachweis spezifischer IgA-Antikörper durchgeführt werden kann. IgM-Antikörper gegen Bordetella pertussis sind nicht aussagekräftig.

 

Referenzwerte für PT-IgG-Antikörper:

PT-IgG ≥ 100 IU/ml: Anhalt für kürzlich stattgefundenen Erregerkontakt

PT-IgG ≥ 40 und <100 IU/ml: Graubereich

PT-IgG < 40 IU/ml: kein Anhalt für kürzlich stattgefundenen Erregerkontakt

 

 

Prophylaxe

Aktive Immunisierung (wegen Enzephalopathie nicht unumstritten).

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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Zuletzt aktualisiert am: 12.02.2020