Melanotische Flecken der Schleimhäute L81.4

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 13.10.2019

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Synonym(e)

Hyperpigmentierung der Mundschleimhaut; Lentigo der Glans penis; Lentigo der Schleimhaut; Lentigo der Vulva; Melanose der Schleimhaut; Melanotic macule (e); Melanotischer Fleck der Schleimhaut; Melanotischer Fleck der Vulva; Melanotischer Schleimhautfleck; Mucosal lentigo (e); Penile Lentigo; Penile melanosis; Pigmentflecken der Mucosa; Pigmentflecken der Mukosa; Pigmentierte Veränderungen der Mucosa; Pigmentierung der Mundschleimhaut; Pigmentierung der Vulva; Pigmentierung des Penis; Schleimhautlentigo; Schleimhautmelanose; Vulväre Lentigo; Vulväre Melanose; Vulvar melanosis

Definition

Erworbene Hyperpigmentierung der hautnahen genitalen (Lentigo der Glans penis, Lentigo der Vulva), analen oder oralen Schleimhäute, die sowohl beim weiblichen wie auch beim männlichen Geschlecht auftreten kann. Die in Einzahl oder in geringer Mehrzahl auftretenden melanotischen Flecken der Schleimhaut sind harmlos, und können als physiologische Pigmentierung interpretiert werden. Sie werden bei dunkelhäutigen Menschen häufiger als bei hellhäutigen beobachtet.    

Eine Lentiginose der Schleimhäute kann jedoch auch Hinweis auf ein Genodermatose sein (s.u. Lentiginose) und z.B. im Zusammenhang mit LAMB-, Peutz-Jeghers-, Laugier-Hunziker- oder Cowden-Syndrom auftreten. Im Zusammenhang mit den beiden letzten Syndromen, sollte daraufhingewiesen werden, dass Lentigines des Penis auf eine Mutation im Tumor-Suppressor-Gen PTEN (Phophatase and tensin homolog, deleted on chromosome 10) hinweisen können.     

Einteilung

Klinische Differenzialdiagnose von lentiginösen Schleimhautpigmentierungen:

Manifestation

Keine Geschlechtsbevorzung; selten angeboren, meist eworben zwischen dem 20. und 60. LJ.

Lokalisation

Lippen (v.a. Unterlippe), Mundschleimhaut, Vulva, Vagina, Penis, Anus.

Klinisches Bild

Meist solitärer, seltener mehrzähliger, meist zackig, unregelmäßig begrenzter, selten abgerundeter, auch großflächiger brauner oder braun-schwarzer Fleck(en).  

Histologie

Bild der Lentigo simplex mit basaler Hyperpigmentierung und Vermehrung (!) der Melanozyten. Häufig sind dendritische Melanozyten nachweisbar. Subepithelial meist scholliges Pigment in Melanophagen.

Differentialdiagnose

Klinisch:

  • S.u. Einteilung; wichtig ist die Abgrenzung zu einem Schleimhautmelanom. Dieses ist meist dunkler, scharf begrenzt, stets nur solitär auftretend.  

Histologisch:

  • Amalgamtätowierungen: Nachweis der Metallablagerungen
  • Melanoakanthom der Schleimhaut: wird v.a. bei farbigen Frauen gefunden
  • Melanoma in situ: Ungeordnete Vermehung atpsicher Melanozyten.
  • Lichen planus mucosae: in der Abheilungsphase kann der Lichen planus mucosae mit einer  scholligen postinflammatorischen Hyperpimgentierung einhergehen 

 

Therapie

Klinischer und ggf. auch histologischer Ausschluss von Malignität. Eine Therapie ist nicht unbedingt erforderlich. Bei ausgedehnter Melanose Kryochirurgie (geschlossenes oder offenes Verfahren). Wichtig ist regelmäßige Kontrolle!

Verlauf/Prognose

Günstig.

Hinweis(e)

Hinsichtlich der nomenklaturischen Abgrenzung von Melanose, Chloasma und Lentigo bzw. Lentiginose s.u. Melanose.

Literatur
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  1. Cengiz FP et al. (2015) Dermoscopic and clinical features of pigmented skin lesions of the genital area. An Bras Dermatol 90:178-183.
  2. Delaney TA et al. (1994) Penile melanosis successfully treated with the Q-switched ruby laser. Br J Dermatol 130: 663–664
  3. Hwang L et al. (2000) Off-center fold: irregular, pigmented genital macules. Arch Dermatol 136: 1559-1564
  4. Isbary G et al. (2014) Penile lentigo (genital mucosal macule) following annular lichen planus: a possible association? Australas J Dermatol 55:159-161
  5. Kanj LF et al. (1992) Vulvar melanosis and lentiginosis: A case report. J Am Acad Dermatol 27: 777–778
  6. Revuz J et al. (1989) Penile melanosis. J Am Acad Dermatol 20: 567–570
  7. Stratigos AJ et al. (2003) Lasers and aesthetic dermatology. Hautarzt 54: 603-613

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