Synonym(e)
Definition
Aus Nordamerika stammender, inzwischen in Europa angesiedelter immergrüner Nadelbaum, gehört zu den Zypressengewächsen. Höhe maximal 15–20 m, kleine schuppenartige, immergrüne Blätter mit Harzdrüsen auf der Unterseite. Natürlicherweise in Nordamerika beheimatet. In Europa seit dem 16. Jahrhundert als Kulturpflanze verbreitet, insbes. als Zierstrauch häufig auf Friedhöfen oder als Wegbegrenzung in Hecken und Gartenanlagen.
Phytotherapeutisch werden Zweigspitzen (Thujae summitates) von 2 bis 3 m hohen Büschen aus kontrolliertem Anbau verwendet.
HMPC: nicht bearbeitet
ESCOP: nicht bearbeitet
Kommission E: nicht bearbeitet
Erfahrungsmedizin: Bronchialkatarrh, Enuresis, Zystitis, Psoriasis, Uteruskarzinomen, Amenorrhoe und Rheuma - Warzen
Evidenzbasierte Phytotherapie in Kombination mit weiteren immunmodulierenden Pflanzen (Echinacea purpurea, Echinacea pallida, Baptisia tinctoria) bei akuten und chronischen Infektionen der oberen Atemwege. Adjuvant zu Antibiotika bei schweren Bronchitis, Pharyngitis, Otitis media, Sinusitis. Diese Studien zeigten eine antivirale und immunstimulierende Wirkung wie Anregung der Produktion von Zytokinen (v.a. TNF-α-, IL-6- und IL-1-Aktivität im Serum) und Antikörpern, Aktivierung von Makrophagen, Vermehrung der Granulozyten.
Homöopathisch in Verdünnungen intern und extern.
In der Kosmetikindustrie: s. unter Thuja occidentalis extract (INCI), Thuja occidentalis leaf/stem extract (INCI),Thuja occidentalis root extract (INCI), Oleum Thujae
Inhaltsstoffe
Ätherische Öle, u.a. Camphen, Borneol, Thujon, Limone. Desweiteren Cumarine und Flavonoide.
Auch interessant
Wirkungen
Zahlreiche Untersuchungen zeigten eine antivirale und immunstimulierende Wirkung wie Anregung der Produktion von Zytokinen (v.a. TNF-α-, IL-6- und IL-1-Aktivität im Serum) und Antikörpern, Aktivierung von Makrophagen, Vermehrung der Granulozyten, Stimulation der CD 4 - positiven Lymphozyten. Zu beachten ist, dass die Studien stets Kombinationspräparate mit anderen immunstimulierenden Pflanzen untersuchten.
Anwendungsgebiet/Verwendung
Historisch: Früher wurden Lebensbaumzubereitungen als Anthelminthikum verwendet. Mit äußerlichen Einreibungen behandelte man Gicht und Rheuma. Vergiftungen waren, durch unsachgemäße Dosierung, nicht selten. Aus den Zweigspitzen bereitete Essenzen, Tinkturen und Lösungen werden in der Naturheilkunde (s.u. Phytotherapie) bzw. Homöopathie verwendet.
Thuja wird bei Viruswarzen (vulgäre Warzen, Mollusca contgiosa und Condylomata acuminata) intern und extern eingesetzt. Kasuistiken berichten gute Erfolge, fundierte Studien konnten bis dato keine signifikante Abheilung bestätigen, weitere Studien sind ab zu warten.
in der Erfahrungsheilkunde: Bronchialkatarrh, Enuresis, Zystitis, Psoriasis, Uteruskarzinomen, Amenorrhoe und Rheuma. Früher in Überdosierung auch als Verhütungs- und Abtreibungsmittel eingesetzt.Gicht und Rheuma, Magenkatarrh, Neuralgien, sowie Augen- und Ohrenentzündungen.
Unerwünschte Wirkungen
Lebensbaumarten gelten als giftig.
Schon das wiederholte Berühren der Pflanze kann zu schweren entzündlichen Hautreaktionen führen.
Bei Verzehr oder Verschlucken von Pflanzenteilen kommt es zu starken Magen- und Darmentzündungen, Schleimhautreizungen, Bauchschmerzen, Erbrechen, Einzelfälle: rheumatische Symptome. Bei Überdosierung: Stoffwechselstörungen, Leber- und Nierenschäden mit letalem Ausgang, chronische ZNS-Störungen, Krämpfen.
Todesfälle durch Thujon (insbes. nach Beimengung als Geschmacksstoff zu alkoholischen Getränken z.B. Absith) sind beschrieben.
Vergiftungen können bei Tieren auftreten, wobei Pferde besonders empfindlich reagieren.
Niedrige Dosen (1,5 bis 3,85 mg) zeigen keine, resp. sehr geringe Nebenwirkungen.
Die EMA hat die tägliche Dosis von Thujon, das in mehreren Pflanzen enthalten ist, auf max. 3,5 mg empfohlen.
LiteraturFür Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir
Kopernio
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