Kümmel

Autoren: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

Alle Autoren dieses Artikels

Zuletzt aktualisiert am: 09.11.2022

This article in english

Synonym(e)

Brotkümmel; Caraway (engl.); Carum carvi; Carum carvum; Feldkümmel; Kämen; Karbei; Karbensamen; Kümmich; Mattenkümmel; Wiesenkümmel

Definition

Ursprünglich in Asien beheimatete, inzwischen weltweit angesiedelte, zweijährige, 30-60 cm hohe Pflanze, aus der Familie der Doldengewächse (Apiaceae) mit einer rübenartigen Wurzel. Kümmel besitzt sowohl als Gewürz wie auch naturheilkundlich (s.u. Phytotherapie) eine große Bedeutung. Die Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert. Seine Blüte ist weiß bis rosa. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Kümmelsamen ist 0,3-0,7 cm und etwas sichelförmig gebogen.

Phytotherapeutisch verwendet werden reifen Früchte (Kümmel - Carvi fructus)  und das atherische Öl (Carvi aetheroleum). Die im Handel befindliche Droge stammt aus Kulturen in Holland, Polen und Ägypten.

Aus Kümmel werden Schnaps (Aquavit) und Liköre hergestellt.

Kümmel ist Stammpflanze von Carvi fructus dem, nach DAB9,OAB90 offizinellen Extrakt aus den Kümmelfrüchten.

Carum carvi extract (INCI) der Extrakt aus den Samen wird in kosmetischen Präparaten eingesetzt. 

Carum carvi seed oil (INCI) ein fettes Öl  (Kümmelöl) findet in kosmetischen Präparaten als Emolliens Anwendung. Es wird auch als würziges Speiseöl genutzt. 

Anwendungsgebiet/Verwendung

Kümmel enthält ätherische Öle (werden durch Pressung aus den Samen gewonnen) wobei Carvon und Limonen die Hauptbestandteile darstellen. Die wesentliche Geruchskomponente stellt Carvon dar.

Kümmel wirkt appetitanregend, bei Krämpfen, Koliken und Blähungen, antiphlogistisch und offenbar auch schmerzlindernd.

Topisch wird Kümmelöl bei atopischer Dermatitis und bei Psoriasis eingesetzt.

Schwarzkümmelöl kann auch in Salben verarbeitet werden (50%iger Kümmelölanteil); auch Kombinationen mit Ringelblumenextrakten werden vertrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Allergische Reaktionen auf Kümmel sind sehr selten (s.u. Kümmelallergie). In wenigen Einzelfällen wurde über systemische Reaktionen (Urtikaria, Bronchialasthma) berichtet.

Rezeptur(en)

Die fixe Kombination Pfefferminzblätter+Kamillenblüten+Kümmel besteht aus:

wirkt krampflösend und wird bei dyspeptischen Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühlen und Krämpfen im Magen-Darm-Bereich eingesetzt.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. https://arzneipflanzenlexikon.info/kuemmel.php
  2. Wenigmann M. (2017) Phytotherapie Arzneidrogen, Phytopharmaka, Anwendung. Urban & Fischer, S. 142-143
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 09.11.2022