Cyclophosphamid

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 14.08.2020

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Halbwertzeit

4–8 h

Pharmakodynamik (Wirkung)

Hemmung der DNA-Synthese, der humoralen sowie zellulären Immunantwort (Unterdrückung der Hautreaktion von Probanden, die gegenüber DNCB und Tuberkulin sensibilisiert sind), Verminderung zytotoxischer T-Lymphozyten und CD8-Zellen. Prodrug; wird erst in der Leber zum wirksamen Metaboliten Phosphoramidmustard transformiert.

Indikation

Als Chemotherapeutikum bei akuter und chron. lymphatischer Leukämie, Weichteil- und Knochen-Sarkom, sowie M. Hodgkin.

Als Immunsuppressivum bei therapierefraktären Autoimmunerkrankungen wie.

 

Weiterhin als:

  • Konditionierungsbehandlung vor Stammzelltransplantation und Immuntherapie
  • Mobilisierung von Stammzellen zur Stammzellapherese

Merke! Auf keinen Fall ist Cyclophosphamid ein Immunsuppressivum der ersten Wahl in der Behandlung von Kollagenosen. Es sollte erst nach Versagen oder bei Kontraindikation anderer Immunsuppressiva eingesetzt werden!

Dosierung und Art der Anwendung

Nach Chemotherapieprotokoll: CP-Schema, COP-Schema, COPP-Schema, CAPO-Schema, CHOP-Schema, MOPP-Schema.

Als Immunsuppressivum 50-100 mg/Tag p.o. oder Pulstherapie mit 500-1000 mg i.v. alle 2-4 Wochen unter Blasenschutz mit Mesna (20% der Cyclophosphamiddosis zum Zeitpunkt 0, 4 und 8 Std. nach Cyclophosphamidgabe sind zu empfehlen). Eine eingeschränkte Nierenfunktion erfordert eine Dosisreduktion.

Merke! Vor Durchführung der Therapie: BB und Überprüfung der Nieren- und Leberfunktion!

Unerwünschte Wirkungen

Kutane UAW: Sehr häufig urtikarielle Exantheme, reversible Alopezien, Hyper- oder Hypopigmentierungen insbes. an Handflächen, Fingernägeln und Fußsohlen.

Hämatologische UAW:  BB-Veränderungen (max. 9.-12. Tag, Erholung am 15. Tag); Lymphome (Zweittumoren), Leukämie

Gastroenterologische UAW: Magen-Darm-Störungen, Hepatitis, Gallenblasenkarzinom,

UrologischeUAW: Zystitis, Harnblasenfibrose,

Sonstige UAW: Kopfschmerzen, Stomatitis, Lungenfibrose, Azoospermie, Anovulation

Merke! Männliche Patienten: Vor Therapiebeginn sowie nach Beendigung der Therapie ein Spermiogramm anfertigen. Auf die Möglichkeit einer Kryokonservierung von Spermien aufmerksam machen! Gefahr der permanenten Gonadenschädigung!

Wechselwirkungen

Die blutzuckersenkende Wirkung oraler Antidiabetika und die myelotoxische Wirkung myelotoxischer Substanzen werden erhöht.

Kontraindikation

Schwangerschaft, Stillzeit, schwere Knochenmarksdepression, schwere Infektionen.

Präparate

Endoxan®

Literatur
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  1. Grunewald S et al. (2007) Systemic dermatological treatment with relevance for male fertility. J Dtsch Dermatol Ges 5: 15-21
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