Obstipation

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

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Synonym(e)

Verstopfung

Definition

Obstipation, auch Verstopfung genannt, bezeichnet eine akute oder chronische Stuhlverstopfung des Darms. Zur Diagnose einer funktionellen Obstipation müssen ROM-III-Kriterien erfüllen. Ihre häufigsten Ursachen sind das Reizdarm-Syndrom und die habituelle Obstipation. Die Obstipation zählt zu den Zivilisationskrankheiten.

Vorkommen/Epidemiologie

Die Prävalenz liegt bei 20 bis 30 % aller Menschen, es wird jedoch eine hohe Dunkelziffer vermutet. 

Ätiopathogenese

Eine Obstipation kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigste Form der Obstipation ist die chronisch habituelle Obstipation als funktionelle Störung (circa 10 %). Darüber hinaus tritt Obstipation bei einem bestehenden Reizdarmsyndrom, fieberhaften Erkrankungen und Bettlägerigkeit, Schichtarbeit oder einer Nahrungsumstellung während einer Reise auf (situative Obstipation).
Weitere Formen sind die medikamentös induzierte Obstipation, Elektrolytestörungen, Obstipation bei organischen Darmerkrankungen, neurogene Störungen oder Obstipation mit endokrinen Ursachen.

Diagnose

Zur Erstellung einer Diagnose ist eine Medikamentenanamnese notwendig. Darüber hinaus erfolgt ein Laborscreening, eine digitale Abtastung des Rektums und Kontrolle des Untersuchungsbefundes. Die kolorektale Diagnostik umfasst eine Abdomenübersichtsaufnahme, die Kolontransitzeit und eine funktionelle Protoskopie, Beckenboden-EMG und eine Analsphinktermanometrie.

Komplikation(en)

Bei Patienten, die an einer Obstipation leiden, besteht ein erhöhtes Risiko für Divertikulose, Hämorrhoiden und Divertikulitis. Es Darüber hinaus besteht ggf. auch ein erhöhtes Risiko für kolorektale Karzinome und für die Bildung von Kotsteinen.

Therapie

Zur Behandlung der Obstipation setzt die kausale Therapie auf die Behandlung der ursächlichen Erkrankungen und durch das Weglassen von Medikamenten und Nahrungsmitteln, die zur Obstipation führen.

Eine zweite Behandlungsvariante ist die symptomatische Therapie, die auf einen Stufenplan zur Beseitigung der Beschwerden beruht. Innerhalb dieser Therapie werden allgemeinmedizinische Maßnahmen, wie eine ballaststoffreiche Kost, körperliche Bewegung, eine Kolonmassage oder eine Bahnung des gastrokolischen Reflexes, ergriffen. Darüber hinaus werden verschiedene Laxantien zum kurzfristigen Einsatz angewendet.

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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