Lavandulae aetheroleum
Synonym(e)
Definition
Das ätherische Lavendelöl, das aus den frischen Blüten und Blütenständen von Lavendula angustifoliae (echter Lavendel) durch Wasserdampfdestillation gewonnen wird, ist eine farblose bis leicht gelbliche, charakteristisch riechende, bitter schmeckende ölige Flüssigkeit.
Qualität ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.
HMPC - Monographie: traditional-use: Unruheständen, ängstliche Verstimmung.
ESCOP-Monographie: Stimmungsschwankungen, Unruhe, Erregungszuständen, Schlafstörungen; funktionelle Bauchbeschwerden
Kommission E-Monographie: extern: als Bad bei Kreislaufbeschwerden.
Das hochstandardisierte Arzneilavendelöl, Silexan®, gewonnen aus dem echten Lavendel, ist der Wirkstoff pflanzlicher Arzneimittel, z.B. von Lasea®. Studien wiesen eine sichere Wirkung von Silexan® bei unterschwelligen und syndromalen Angststörungen, aber auch bei Major Depression nach (Kapsar S et al 2025).
Lasea® ist in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur Behandlung von Unruhezuständen bei ängstlicher Verstimmug zugelassen.
Inhaltsstoffe
Auch interessant
Wirkungen
Die medizinische Verwendung beruht auf der antiseptischen, sedativen, choleretischen, antiphlogistisch, antikonvulsiv und spasmolytischen Wirkung. Daher findet sich Lavendelöl als Bestandteil in Rheuma-, Wund- und Heilsalben, Hustenmitteln, Gurgellösungen, Fußbädern, Auflagen, Schlafmitteln etc. Eine antibakterielle Wirkung wurde experimentell nachgewiesen, insofern eignet sich Lavendelöl auch zur Desinfektion, sowohl im Bad wie auch zur desinfizierenden Reinigung von Gegenständen und Räumen. Hierbei führt Lavendelöl zeitgleich zur Verkürzung der Einschlafzeit und einer Verlängerung der Schlafdauer, bei geriatrischen Patientenin gleicher Größenordnung wie Benzodiazepine!
Lavendel wirkt direkt auf das limbische System: Beeinflussung der Aktivität der Neurotransmitter und Stress-Hormone.
Desinfektion von Bakterien (Staphylokokken, Salmonellen, Enterobacter, Klebsiellen, Pseudomonas, E. coli, Listerien) und Pilzen (v.a. Candida albicans). Gegen Bakterien: Konzentration 0,5-2g/ml, gegen Pilzen 2-4 g/ml.
Anwendungsgebiet/Verwendung
Silexan® ist ein Arzneilavendelöl in höchster pharmazeutischer Qualität, handelsüblich ist das Präparat Lasea®, Dosierung 1x täglich eine Weichkapsel. Die anxiolytische Wirksamkeit ist in Studien vergleichbar mit 20mg Paroxetin oder 0,5mg Lorazepam. Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer schwerer Depression war Silexan dem Placebo überlegen und vergleichbar wirksam wie 50 mg/d Sertralin (Kaspar S et al. 2025).
Widersprüchliche Datenlage bzgl. der Fahrtüchtigkeit: Aktuelle Studien (Möller 2021) sagen, dass Lavendelöl nicht sedierend wirke und die Fahrtüchtigkeit nicht einschränke - die Monographie der HMPC, an die wir Ärzte uns halten sollten sagt aus: "Kann die Fahrtüchtigkeit und die Bedienung von Maschinen einschränken".
Lavendelöl wirkt hemmend auf das Wachstum von Pilzen und Mikroorganismen, wirkt wie kaum eine andere Pflanze desinfizierend, zeitgleich entzündungshemmend und schmerzlindernd.
Lavendelsäckchen oder -kissen werden seit Jahrhunderten als natürliches Mottenbekämpfungsmittel zwischen Wäschestücke platziert.
Lavendelöl wird im Wesentlichen als Parfümkomponente in Seifen, Rasierwässern, Cremes und zahlreichen anderen Kosmetika eingesetzt. Lavendela angustifolia water (INCI) dient in kosmetischen Rezepturen als Duftstoff. Breite Verwendung auch als Repellent.
Eingeschränkte Indikation
Während der Schwangerschaft und Stillzeit wegen fehlender Daten nicht einsetzen.
zu beachten ist die Östrogenhaltige Wirkung von Lavendel - - verfrühtes Brustwachstum bei Kindern.
Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es beim Einatmen von Lavendelduft zum Kehlkopfkrampf und Atemstillstand kommen.
Dosierung
Zubereitungen: Als Spiritus Lavandulae, Unguentum aromaticum, Mixtura oleosa-balsalmica
Dosierungen:
- Intern: Personen > 12 Jahre; Tagesdosis: 20-80mg ätherisches Öl
- extern: 1,0-3,0 g Öl als Badezusatz 1x täglich baden
Unerwünschte Wirkungen
seltenen Kontaktallergien, v.a. aufgrund von enthaltenen Geraniol, Linalool und Linalylacetat. Cave: photosensibilisierenden Wirkung.
Kontraindikation
Bei Überempfindlichkeiten gegen die Wirkstoffe (s.a. unter Lavendel echter).
Kinder und Jugendliche < 18 Jahre. Beachte: Bei Säuglingen und Kleinkindern kann es beim Einatmen von Lavendelduft zum Kehlkopfkrampf und Atemstillstand kommen.
Schwangerschaft und Stillzeit: keine Untersuchungen bzgl. der Unbedenklichkeit
Handelsnamen
Cefarheumin® Salbe, Gerner Nervinum N, Kytta-Plasma®, Kytta-Salbe®, Lavendelöl unterschiedlicher Hersteller
Intern bei Unruhezuständen und ängstlicher Verstimmung z.B. Lasea®
Lasea® hat in Deutschland die Vollzulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), da Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffs Silexan® in wissenschaftlichen, klinischen Studien offiziell nachgewiesen wurde.
Hinweis(e)
Die starke desinfizierende Wirkung von Lavendelöl kann auch im Putzwasser genutzt werden. Als Nebeneffekt reduziert sich der Schlafmittelkonsum in Seniorenheimen und Kliniken.
Hemmung des Wachstums von Staphylokokken, Salmonellen, Enterobacter, Klebsiellen, Pseudomonas, E. coli, Listerien, Pilzen, v.a. Candida albicans.
Konzentration gegen Bakterien: 0,5-2g/ml, gegen Pilzen: 2-4 g/ml.
Die bekannteste Region zur Herstellung von qualitativ hochwertigen Lavendelölen (für die kosmetische Industrie) ist Südfrankreich. Das meiste Lavendelöl kommt aus Nizza, Grasse, Monaco und Carpentras.
Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir
Kopernio
Kopernio
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