Synonym(e)
Definition
Die Eiche ist ein sommergrüner Laubbaum, kann eine Höhe von 45 m und einen Stammdurchmesser von mehreren Metern erreichen, hat in Buchten gelappte, bis zu 10 cm lange Laubblätter, kleine gelb-grüne Blüten, wobei die männlichen Blüten an herabhängenden Stielen sitzen, die weiblichen rötlichen Blüten aufrecht stehen. Desweiteren kennzeicnen kräftige, tiefreichende Pfahlwurzeln dei Eiche. Ab dem 60. Lebensjahr trägt die Eiche Früchte, Eicheln, die vielen Wildtieren als Nahrung dienen. Eichen können bis zu 2000 Jahren alt werden. Eichen gab es nachweislich schon in der Kreidezeit. In Deutschland sind die Eichen mit einem Anteil von 9 Prozent des Bestandes im Flach- und Hügelland nach den Buchen die verbreitetste Laubbaum-Gattung. Eichen lieben warme, feuchte Regionen. In Deutschland gibt es hauptsächlich die Stiel- oder Sommereiche, die Stein- oder Wintereiche und die Flaumeiche- In Nordamerika die Gattung Quercus. Blütezeit: April bis Mai, Fruchtreife: September bis Oktober.
Charakteristisch ist die dicke Rinde am Stamm älterer Bäume. Die 10 cm dicke Borke der Korkeiche (Quervus suber) dient der Weiterverarbeitung zu Kork. Ansonsten liefert die Eiche ein hochwertigem Bauholz.
Phytotherapeutisch wird v.a. die getrocknete Rinde frischer, junger Zweige Eiche (Eichenrinde - Quercus cortex) verwendet.
Naturheilkunde
Alle Teile der Eiche, besonders unreife Eicheln, sind wegen der enthaltenen Gerbstoffe giftig und können zu gastrointestinalen Symptomen (Magenschleimhautreizung, Erbrechen, Durchfälle) führen. Die Eiche wird auf Grund ihrer Gerbstoffe als Heilpflanze eingesetzt. Gesammelt wird frische Eichenrinde im Frühjahr. Getrocknet und gemahlen wird daraus ein Sud gekocht, der sowohl äußerlich als auch als Tee (nie mehr als zwei Tassen täglich!) angewandt wird. Äusserlich werden Eichenrindenextrakte als Bad oder Umschlag angewendet (s.u. Eichenrinde). Eichenrindenextrakte enthalten Gerbstoff, Gerbsäure, Tannine (s.a. Tannin), Bitterstoffe, Gallussäure, Quercin, Quercetin. Sie wirken adstringierend, antibakteriell, blutstillend und entzündungshemmend. Indikationen: Ekzemerkrankungen, chronische Wunden, Blepharitis, Hyperhidrose, Tinea pedis. Die Blüte der Eiche wird als Bachblüte Oak eingesetzt (s.u. Bachblütentherapie).
Hinweis(e)
Aus allergologischer Sicht spielen Eichenpollen nur eine geringe Rolle (s.u. Pollen, Baumpollen).
Von klinischer Relevanz ist der Befall von Eichen durch den Eichen-Prozessionsspinner. Der in Mitteleuropa immer stärker auffindbare Eichen-Prozessionsspinner siedelt sich ausschließlich auf Eichen an. Die Larven des Eichenprozessionsspinners tragen Gifthaare, die auf der Haut und an den Schleimhäuten toxische und/oder allergische Reaktionen hervorrufen. Die Beschwerden reichen von heftig juckenden Hautausschlägen ( Raupendermatitis) bis zu Asthmaanfällen. Da die mikroskopisch kleinen Gifthaare bis zu hundert Meter weit mit dem Wind getragen werden können, stellen sie eine wichtige, bis jetzt wenig beachtete Ursache einer " Airborne Contact Dermatitis" dar.
LiteraturFür Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir
Kopernio
Kopernio- https://arzneipflanzenlexikon.info/eiche.php
- Wenigmann M. (2017) Phytotherapie Arzneidrogen, Phytopharmaka, Anwendung. Urban & Fischer, S. 99-101
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Montag A (2023) Pflanzen und Haut. Springer-Verlag GmbH. S. 467-470



