Remibrutinib

Zuletzt aktualisiert am: 30.10.2026

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Definition

Remibrutinib ist ein selektiver, oraler Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitor. Der Wirkstoff bindet kovalent (durch diese Bindungsart wird das Enzym irreversibel gehemmt) im aktiven Zentrum der Bruton-Tyrosinkinase und führt dadurch zu einer anhaltenden Inaktivierung des Enzyms.

Pharmakodynamik (Wirkung)

Die Wirkung von Remibrutinib beruht bei der chronischen spontanen Urtikaria auf der Hemmung der durch IgE-Vernetzung induzierte Degranulation in Mastzellen und Basophilen. Dadurch wird die Freisetzung von Histamin und weiteren proinflammatorischen Mediatoren reduziert, die unter anderem durch pathogenes IgE oder gegen FcεRI beziehungsweise IgE gerichtetes IgG vermittelt wird. Die Wirkung von Remibrutinib steht in keinem Zusammenhang mit dem Ansprechen auf Omalizumab (Gimeno R et al. 2023).

 

 

Pharmakokinetik

Resorption: Remibrutinib wird nach oraler Einnahme rasch resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration wird über den untersuchten Dosisbereich von 0,5 mg bis 600 mg nach etwa einer Stunde erreicht. Der Resorptionsgrad ist mit rund 87 % nahezu vollständig; die absolute orale Bioverfügbarkeit liegt aufgrund präsystemischer Metabolisierung jedoch deutlich niedriger bei 34 %. Eine fettreiche Mahlzeit erhöhte die AUC ("Area Under the Curve" = die Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve eines Arzneistoffs). um 33 %, während die Cmax (Cmax = maximale Plasmakonzentration eines Arzneistoffs, die nach seiner Verabreichung im Blutplasma erreicht wird) um 5 % abnahm.

Verteilung: Remibrutinib verteilt sich mit einem Blut-Plasma-Verhältnis von 0,813 leicht an Blutzellen. Die Plasmaproteinbindung liegt bei 95,4 % und ist unabhängig von der Konzentration.

Metabolismus: Remibrutinib wird hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert. Dabei entstehen 18 inaktive Metaboliten, die jeweils nur in geringen Mengen im Blut nachweisbar sind. Remibrutinib selbst ist mit 16,7 % die am häufigsten im Blut vorkommende Substanz.

Elimination: Die mittlere Eliminationshalbwertszeit im Steady State beträgt ein bis zwei Stunden. Die mittlere scheinbare orale Clearance liegt bei ca. 160 l/h.

Remibrutinib wird zu 72,9 % über den Stuhl und zu 27,1 % über den Urin ausgeschieden. Die renale Ausscheidung von unverändertem Remibrutinib ist gering und beträgt nach oraler Gabe weniger als 1 % der Dosis.

Indikation

Remibrutinib wird bei Erwachsenen zur Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria eingesetzt, wenn die Beschwerden unter H1-Antihistaminika nicht ausreichend kontrolliert werden können (Metz M et al. 2025).

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft: Für die Anwendung von Remibrutinib während der Schwangerschaft liegen bislang nur sehr begrenzte Erfahrungen vor. Aufgrund experimenteller Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität, wird die Anwendung von Remibrutinib in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Stillzeit: Während der Behandlung mit Remibrutinib und für eine Woche nach der letzten Dosis soll nicht gestillt werden, da ein Risiko für das Kind nicht ausgeschlossen werden kann.

Dosierung und Art der Anwendung

Die empfohlene Dosierung beträgt 25 mg Remibrutinib 2x/Tag. Die Einnahme erfolgt einmal morgens und einmal abends.

Remibrutinib wird oral eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Die Tabletten sollten im Ganzen mit Wasser geschluckt werden und dürfen nicht zerteilt, zerstoßen oder zerkaut werden, damit die vollständige Dosis korrekt aufgenommen wird.

Unerwünschte Wirkungen

Infektionen der oberen Atemwege, Herpesvirus-Infektionen, Kopfschmerzen, petechiale Blutungen, Hämaturie, Übelkeit, Abdominalschmerzen, Rückenschmerzen, Pyrexie.

Risiko von Blutungen: Unter Remibrutinib können leichte bis mittelschwere mukokutane Blutungen wie Blutergüsse, Petechien oder Kontusionen auftreten. Bei gleichzeitiger Anwendung von Antithrombotika ist das Blutungsrisiko abzuwägen. Bei relevanten Blutungen sollte die Therapie unterbrochen werden.

Präparate

Rhapsido®

Hinweis(e)

Bei Patienten, die nach 24 Wochen nicht auf die Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria ansprechen, sollte ein Absetzen der Therapie erwogen werden.

Therapieunterbrechung bei Operationen: Vor und nach operativen Eingriffen kann eine vorübergehende Unterbrechung erforderlich sein. Je nach Art des Eingriffs und individuellem Blutungsrisiko sollte Remibrutinib drei bis sieben Tage vor und drei bis sieben Tage nach der Operation pausiert werden.

Literatur
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  1. Gimeno R et al. (2023) Remibrutinib inhibits hives effector cells stimulated by serum from chronic urticaria patients independently of FcεR1 expression level and omalizumab clinical response. Clin Transl Allergy 13:e12227.
  2. Jilma B et al. (2025) Remibrutinib in Chronic Spontaneous Urticaria. N Engl J Med 392:2075-2076.
  3. Metz M et al. (2025) REMIX-1 and REMIX-2 Investigators; REMIX-1 Investigators; REMIX-2 Investigators. Remibrutinib in Chronic Spontaneous Urticaria. N Engl J Med 392(10):984-994.
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Zuletzt aktualisiert am: 30.10.2026