PTX3-Gen

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2026

Synonym(e)

OMIM: 602492; TNFAIP5, TSG-14; TSG-14

Definition

Das PTX3-Gen (PTX3 steht für Pentraxin-3) ist ein Proteine-kodierendes Gen, das auf Chromosom 3q25 lokalisiert ist. Das PTX3-Gen kodiert für ein Mitglied der Pentraxin-Proteinfamilie.

Genetische Varianten von PTX3: Das menschliche PTX3-Gen befindet sich auf Chromosom 3q25, ist 1861 Basenpaare lang und hat drei Exons und zwei Introns. Das erste und zweite Exon kodieren das Leader-Peptid und die N-terminale Domäne, während das dritte Exon die C-terminale Pentraxin-Domäne kodiert.

Die Expression des von dem PTX3-Gen kodierten Proteins wird durch entzündliche Zytokine als Reaktion auf Entzündungsreize in verschiedenen mesenchymalen und epithelialen Zelltypen induziert, insbesondere in Endothelzellen und mononukleären Phagozyten. Das Pentraxin-3- Protein fördert die Differenzierung von Fibrozyten und ist an der Regulierung von Entzündungen sowie der Komplementaktivierung beteiligt. Es spielt zudem eine Rolle bei der Angiogenese und der Gewebeumgestaltung. Das Protein dient als Biomarker für verschiedene entzündliche Erkrankungen.

Allgemeine Information

PTX3 ist ein multifunktionales, lösliches Mustererkennungsmolekül aus der Pentraxin-Familie, das eine zentrale Rolle im humoralen Teil der angeborenen Immunität spielt. Es wird lokal von verschiedenen Zelltypen – darunter myeloide Zellen, Endothelzellen und gewebsresidente Stromazellen – gebildet, erkennt mikrobielle Molekülanteile und modifizierte körpereigene Strukturen, interagiert mit Komplementproteinen (wie C1q, Faktor H, Mannose-bindendem Lektin und Ficolinen) und moduliert dadurch die Komplementaktivierung. Auf diese Weise kann PTX3 die Opsonophagozytose von Pathogenen und apoptotischen Zellen fördern und gleichzeitig Entzündungsreaktionen feinabstimmen. Diese doppelte Fähigkeit, sowohl die klassische als auch die alternative Komplementkaskade zu aktivieren und zu hemmen, unterstreicht seine entscheidende Funktion als regulatorischer Mediator in der angeborenen Immunabwehr.

Über seine antimikrobiellen Eigenschaften hinaus ist PTX3 eng mit kardiovaskulären und metabolischen Störungen verbunden. Bei Atherosklerose und vaskulären Entzündungen beispielsweise wird PTX3 von Makrophagen, Endothelzellen und glatten Gefäßmuskelzellen als Reaktion auf atherogene Reize exprimiert; es moduliert die Expression des Gewebefaktors, beeinflusst die Thrombogenese und steht im Zusammenhang mit der Transformation in Schaumzellen, der Plaque-Anfälligkeit und der endothelialen Dysfunktion. Seine Plasmakonzentration und Gewebeexpression wurden in verschiedenen klinischen Kontexten mit kardiovaskulären Ereignissen, metabolischen Risikofaktoren und dem Entzündungsstatus korreliert, was darauf hindeutet, dass PTX3 nicht nur als Biomarker dient, sondern auch an schützenden oder maladaptiven vaskulären Remodellierungs- und Gewebereparaturprozessen beteiligt ist.

Im Rahmen der Wirtsabwehr übt PTX3 schützende Wirkungen gegen eine Reihe von Pathogenen aus, darunter Pilze, Viren und Bakterien. Es ist für die antimykotische Immunität (insbesondere gegen Aspergillus-Arten) unverzichtbar, wirkt als Hemmstoff der Infektiosität des Influenzavirus, indem es virale Glykoproteine stört, und seine Genpolymorphismen modulieren die Anfälligkeit für Lungentuberkulose, Harnwegsinfektionen und die Besiedlung mit Pseudomonas bei zystischer Fibrose. Darüber hinaus wurden bei Virusinfektionen wie COVID-19 erhöhte PTX3-Spiegel im Blut nachgewiesen, die als starke unabhängige prognostische Indikatoren für die Mortalität dienen und dessen rasche Induktion nach einer Infektion und Gewebeverletzung widerspiegeln.

PTX3 spielt zudem eine bedeutende Rolle bei der Regulierung des Gewebeumbaus, der Angiogenese und der Tumorentwicklung. Seine Wechselwirkung mit Komponenten der extrazellulären Matrix (beispielsweise durch Bindung an die schweren Ketten des Inter-α-Trypsin-Inhibitors) ist entscheidend für die Organisation der Cumulus-Matrix und die weibliche Fruchtbarkeit. Darüber hinaus wirkt PTX3 durch die Bindung an den Fibroblasten-Wachstumsfaktor-2 proangiogenen Signalen entgegen und beeinflusst dadurch das Tumorwachstum und die Metastasierung; diese Eigenschaften haben das Interesse an PTX3-basierten therapeutischen Strategien in der Onkologie geweckt. Die koordinierte Expression mit anderen extrazellulären Mediatoren (wie TSG-6) unterstreicht zudem die komplexe Rolle von PTX3 an der Schnittstelle zwischen angeborener Immunität, Matrixablagerung und krebsbedingter Entzündung.

Literatur
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Verweisende Artikel (1)

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