Synonym(e)
Definition
Das CALCA-Gen (CALCA steht für: Calcitonin Related Polypeptide Alpha) ist ein Protein-kodierendes Gen das auf Chromosom 11p15.2 lokalisiert ist. Das CALCA-Gen kodiert die Peptidhormone Calcitonin, das Calcitonin-Gene-related Peptide sowie das Peptid Katacalcin.
Diese Peptidhormone entstehen durch gewebespezifisches alternatives RNA-Spleißen der Gen-Transkripte sowie durch Spaltungen inaktiver Vorläuferproteine. Für das CALCA-Gen wurden mehrere Transkriptvarianten gefunden, die verschiedene Isoformen kodieren. Ein wichtiges Paralog dieses Gens ist CALCB.
Allgemeine Information
Calcitonin (CT) und verwandte Rezeptoren sind Teil einer Familie von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, die aus acht Subtypen besteht:
- CT
- AMY1
- AMY2/AMY3
- CALCR
- CGRP
- AM1/AM2.
CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) ist ein vielseitiges Neuropeptid, das eine durch den CALCRL-RAMP1-Rezeptorkomplex vermittelte Vasodilatation induziert (Kitamura K et al. 1992; Josephs TM et al. 2021; McLatchie LM et al. 1998). Es erweitert eine Vielzahl von Gefäßareale, darunter die koronaren, zerebralen und systemischen Gefäße.
Seine Häufigkeit im ZNS deutet auch auf eine Rolle als Neurotransmitter oder Neuromodulator in sensorischen Bahnen (Kitamura K et al. 1992). CGRP ist bekannt als starker Migräne-Auslöser, da es bei Schmerzsignalübertragung und Entzündungen eine Rolle spielt. Seine Blockade (z.B. CGRP-Rezeptorantagonisten) ist ein therapeutisches Ziel für effektive Migränemedikamente. Weiterhin wirkt CGRP als antimikrobielles Peptid. CGRP kann auch an den CALCR-RAMP1 (AMYR1)-Rezeptorkomplex binden und diesen aktivieren.
Das ebenfalls von diesem Gen kodierte Calcitonin ist an der Kalziumregulation beteiligt und reguliert den Phosphorstoffwechsel. Seine Wirkung wird durch den Calcitonin-Rezeptor (CALCR) und den CALCR-RAMP2-Rezeptorkomplex (AMYR2) vermittelt.
Klinik
Zu den mit CALCA assoziierten Krankheiten gehören:
- das komplexe regionale Schmerzsyndrom und
- die reflexartige sympathische Dystrophie.
Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS), einer häufigen sensorisch-motorischen Störung therapeutische Ansätze basieren neuere therapeutische Ansätze auf der Annahme einer Dysfunktion des Nucleus A11, der die dopaminerge Übertragung zum Rückenmark moduliert. Das Calcitonin-Gen-verwandte Peptid (CGRP), das an der Schmerzmodulation beteiligt ist, interagiert offenbar mit den A11-Signalwegen, was auf eine Rolle beim RLS hindeutet (Mogavero MP et al. 2025; Suzuki K et al.2025).
LiteraturFür Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir
Kopernio
Kopernio- Cao J et al. (2022) A structural basis for amylin receptor phenotype. Science 375:eabm9609.
- Kitamura K et al. (1992) Isolation and characterization of peptides which act on rat platelets, from a pheochromocytoma. Biochem Biophys Res Commun 185:134-141
- Josephs TM et al. (2021) Structure and dynamics of the CGRP receptor in apo and peptide-bound forms. Science 372:eabf7258.
- McLatchie LM et al. (1998) RAMPs regulate the transport and ligand specificity of the calcitonin-receptor-like receptor. Nature 393:333-339.
- Mogavero MP et al. (2025) Involvement of the Calcitonin Gene-Related Peptide in Restless Legs Syndrome. Mov Disord 40:1148-1159.
- Suzuki K et al.(2025) The effect of calcitonin gene-related peptide monoclonal antibodies on restless legs syndrome in patients with migraine. J Headache Pain 26:36.



