Photosensitivitätssyndrome sind eine heterogene Gruppe von angeborenen Krankheitsbildern, die aus dermatologischer Sicht durch eine pathologisch gesteigerte kutane Reaktion auf ultraviolette oder sichtbare Strahlung gekennzeichnet sind. Ihnen liegen pathogenetisch ganz unterschiedliche Mechanismen zugrunde wie: DNA-Reparaturdefekte oder photoreaktive Stoffwechselprodukte. Typische Manifestationen sind:
- UV-oder Licht-getriggerte Erytheme, Ödeme, Blasen oder urtikarielle Reaktionen,
- ungewöhnlich schwere oder langanhaltende „Sonnenbrände“,
- chronische Lichtschäden mit Pigmentverschiebungen und Hautatrophien,
- bei globalen DNA-Reparaturdefekten ein deutlich erhöhtes Hautkrebsrisiko (epitheliale und melanozytäre Geschwülste).
Im engeren humangenetischen Sinne bezeichnet man als Photosensitivitätssyndrome vor allem seltene Erbkrankheiten mit Defekten in bekannten DNA-Reparaturmechanismen wie Nukleotid-Exzsionsreparatur (NER), Doppelstrangbruchreparatur (DSBR), Basenexzsionsreparatur (BER) und Mismatch-Reparatur (MMR). Weiterhin zählen Krankheiten mit chromosomaler Instabilität zu dieser Gruppe.