Photosensitivitätssyndrome, hereditäre

Zuletzt aktualisiert am: 03.09.2026

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Definition

Photosensitivitätssyndrome sind eine heterogene Gruppe von angeborenen Krankheitsbildern, die aus dermatologischer Sicht durch eine pathologisch gesteigerte kutane Reaktion auf ultraviolette oder sichtbare Strahlung gekennzeichnet sind. Ihnen liegen pathogenetisch ganz unterschiedliche Mechanismen zugrunde wie: DNA-Reparaturdefekte oder photoreaktive Stoffwechselprodukte. Typische Manifestationen sind:

  • UV-oder Licht-getriggerte Erytheme, Ödeme, Blasen oder urtikarielle Reaktionen,
  • ungewöhnlich schwere oder langanhaltende „Sonnenbrände“,
  • chronische Lichtschäden mit Pigmentverschiebungen und Hautatrophien,
  • bei globalen DNA-Reparaturdefekten ein deutlich erhöhtes Hautkrebsrisiko (epitheliale und melanozytäre Geschwülste).

Im engeren humangenetischen Sinne bezeichnet man als Photosensitivitätssyndrome vor allem seltene Erbkrankheiten mit Defekten in bekannten DNA-Reparaturmechanismen wie Nukleotid-Exzsionsreparatur (NER), Doppelstrangbruchreparatur (DSBR), Basenexzsionsreparatur (BER) und Mismatch-Reparatur (MMR). Weiterhin zählen Krankheiten mit chromosomaler Instabilität zu dieser Gruppe. 

Einteilung

DNA-Reparatur- und Transkriptionsdefekte

  • Xeroderma pigmentosum: Defekt der Nukleotid-Exzisionsreparatur; ausgeprägte Lichtempfindlichkeit und stark erhöhtes Hautkrebsrisiko.
  • Cockayne-Syndrom: Gestörte transkriptionsgekoppelte DNA-Reparatur; Photosensitivität, Wachstums- und neurologische Entwicklungsstörungen, jedoch typischerweise kein erhöhtes Hautkrebsrisiko.
  • COFS-Syndrom: Cerebro-Oculo-Facio-Skelettales Syndrom (Variante des Cockayne-Syndroms)  
  • UV-sensitives Syndrom: Ausgeprägte UV-Empfindlichkeit und persistierende Erytheme, aber kein wesentlich erhöhtes Hautkrebsrisiko
  • Trichothiodystrophie: Lichtempfindlichkeit, brüchiges schwefelarmes Haar, Ichthyose und Entwicklungsstörungen

Progeroid-Erkrankungen

Störungen der Genomstabilität, bei denen Lichtempfindlichkeit zum komplexen Phänotyp gehören kann.

Stoffwechselerkankungen

  • Porphyrien: Lichtaktivierbare Porphyrine erzeugen reaktive Sauerstoffspezies die zu einer Schädigung der betroffenen Hautstrukturen führen (s. dort).  

Stoffwechsel- und Mangelerkrankungen: Bildung lichtreaktiver Metaboliten oder gestörter Zellschutz:

  • Hartnup-Syndrom:  Autosomal-rezessiv vererbte Störung der tubulären und enteralen Resorption bestimmter Aminosäuren, speziell des Tryptophan mit zerebellärer Symptomatik, Lichtdermatose und Aminoazidurie. Pellagraähnliche photosensitive Dermatitis

Zuletzt aktualisiert am: 03.09.2026