Makromelanosom

Zuletzt aktualisiert am: 06.11.2026

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Synonym(e)

Riesenmelanosom

Keywords

Abnorme Melanosomenreifung; Fusion melanosomaler Strukturen; intrazellulärer Melanosomentransport; Organellenhomöostase; Neurofibromatose Typ 1; Neurofibromin; Melanosomenbiogenese;

 

Definition

Histologischer Begriff für (pathologische) abnorm große, melaninreiche Pigmentorganellen, die in Melanozyten und Keratinozyten vorkommen. Sie entstehen durch Störungen der Melanosomenbiogenese, insbesondere durch abnorme Vergrößerung oder Fusion melanosomaler Strukturen. Makromelanosomen wurden klassischerweise in Café-au-lait-Flecken bei Neurofibromatose Typ 1 beschrieben, werden jedoch auch bei anderen Pigmentierungsstörungen vorkommen.

Allgemeine Information

Morphologie:

  • Größe: häufig etwa 1–5 µm, gegenüber normalen Melanosomen von etwa 0,3–0,7 µm.
  • Form: rundlich bis oval, gelegentlich unregelmäßig konturiert.
  • Lichtmikroskopisch: auffallend große, dunkelbraune bis schwarze Pigmentgranula.
  • Elektronenmikroskopisch: große, meist membranbegrenzte, stark elektronendichte melanosomale Strukturen.
  • Lokalisation: insbesondere in basalen und suprabasalen Keratinozyten sowie in Melanozyten.

Vorkommen

Neurofibromatose Typ 1 (NF1): Klassisches Vorkommen in Café-au-lait-Flecken; historisch wichtiges ultrastrukturelles Merkmal

Café-au-lait-Flecken anderer Genese: Ebenfalls nachweisbar; somit nicht spezifisch für NF1

Albinismus, insbesondere okulokutaner Albinismus Typ 2: Bei bestimmten Varianten wurden abnorm große Pigmentgranula beschrieben

Pigmentmosaike und segmentale Hyperpigmentierungen: Gelegentlicher Nachweis in hyperpigmentierten Hautarealen

Becker-Melanose und andere melanozytäre Hyperpigmentierungen: Makromelanosomen wurden vereinzelt beschrieben, sind jedoch kein charakteristisches diagnostisches Merkmal

Pathophysiologie

Die Entstehung der Makromelanosomen ist nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden:

  • Abnorme Melanosomenreifung: Störung der regulären Entwicklung und Größenkontrolle melanosomaler Organellen.
  • Fusion melanosomaler Strukturen: Bildung übergroßer pigmentierter Organellen.
  • Störungen des intrazellulären Melanosomentransports und -abbaus: Veränderungen der Pigmentverteilung und Organellenhomöostase.
  • Bei der Neurofibromatose Typ 1 wird eine Störung der durch Neurofibromin regulierten intrazellulären Signalwege als möglicher Einflussfaktor auf die Melanosomenbiogenese diskutiert.

Hinweis(e)

Makromelanosomen sind nicht mit Melanophagen gleichzusetzen. Melanophagen sind melaninbeladene Makrophagen, während Makromelanosomen intrazelluläre Pigmentorganellen darstellen.

Literatur
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  1. Jimbow K et al. (1982) The nature and significance of macromelanosomes in pigmented skin lesions: their morphological characteristics, specificity for their occurrence, and possible mechanisms for their formation. Am J Dermatopathol 4:413-420.
  2. Shendrik I et al. (2025) Acral Melanosis with Macromelanosomes (AMM): The First AI-Defined Pathological Entity and Proposal of Provisional Diagnostic Criteria. Cureus 17:e97276.

Verweisende Artikel (2)

Melanosom; Riesenmelanosom;
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