Lasmiditan

Zuletzt aktualisiert am: 22.02.2026

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Definition

Lasmiditan ist ein neues Arzneimittel zur Akutbehandlung von Migräneattacken mit oder ohne Aura bei Erwachsenen. Es handelt sich um den ersten Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse, den Ditanen. Lasmiditan greift selektiv am 5-HT1F-Rezeptor an und bewirkt wie Triptane eine Vasokonstriktion an den Blutgefäßen, jedoch nur im Gehirn und nicht in der Peripherie. Dies macht das Medikament für solche Migränepatienten geeignet, die Triptane aufgrund von kardiovaskulären Erkrankungen nicht anwenden dürfen oder nicht ausreichend darauf ansprechen. Das Pharmakon wird als Hemisuccinat in Form von Filmtabletten in den Stärken 50, 100 und 200 mg angeboten.

 

Pharmakodynamik (Wirkung)

Lasmiditan gehört zur Wirkstoffklasse der Ditane und wurde als erster Vertreter dieser Gruppe zugelassen. Es wirkt vasokonstriktorisch an den Blutgefäßen im Gehirn. Allerdings bindet es selektiv am 5-HT1F-Rezeptor. Damit kommt es nicht zur Vasokonstriktion in der Peripherie. Im Gegensatz zu Lasmiditan binden Triptane als Agonisten an den 5-HT1B/5-HT1D-Subtypen an und bewirken sowohl in den Blutgefäßen im Gehirn als auch in den peripheren Blutgefäßen eine Vasokonstriktion.

Schwangerschaft/Stillzeit

Es leigen nur begrenzte Daten zur Anwendung von Lasmiditan bei Schwangeren vor. Somit ist nicht bekannt, welche Auswirkungen Lasmiditan auf die Entwicklung des menschlichen Fötus hat. Es wird nicht empfohlen, Lasmiditan während der Schwangerschaft einzunehmen.

Stillzeit: Es wurde festgestellt, dass Lasmiditan und/oder seine Metaboliten in die Milch von stillenden Ratten ausgeschieden werden. Es gibt keine Daten darüber, ob Lasmiditan in der menschlichen Muttermilch vorhanden ist oder welche Auswirkungen es auf das gestillte Kind besitzt.

Dosierung und Art der Anwendung

Die Standard-Inititialdosis beträgt 100 mg. Diese kann bei Bedarf auf 200 mg erhöht oder für eine bessere Verträglichkeit auf 50 mg verringert werden kann. Innerhalb von 24 Stunden dürfen nicht mehr als 200 mg Lasmiditan eingenommen werden.

Eine zweite Dosis derselben Stärke (50 oder 100 mg) kann eingenommen werden, falls die Kopfschmerzen innerhalb von 24 Stunden erneut auftreten, allerdings nicht innerhalb von zwei Stunden nach der ersten Dosis.

Eine Dosisanpassung ist weder bei Personen >65 Jahren noch bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen nötig.

Unerwünschte Wirkungen

Am häufigsten wird über Benommenheit, Schläfrigkeit, Erschöpfung, Parästhesie, Übelkeit, Schwindel, Hypästhesie und Muskelschwäche. Die meisten unerwünschten Ereignisse zeigten eine Dosisabhängigkeit.

Lasmiditan beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Dieser Effekt kann bis zu 8 Stunden anhalten. 

Wechselwirkungen

Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die die Herzfrequenz senken, sollten bei der Einnahme Vorsicht walten lassen, da Lasmiditan mit einer Abnahme der Herzfrequenz in Verbindung gebracht wurde. Eine gleichzeitige Anwendung von Lasmiditan und serotonergen Arzneimitteln kann das Risiko für ein Serotonin-Syndrom erhöhen.

Hinweis(e)

 Lasmiditan und seine Metaboliten sind Induktoren von CYP-Enzymen.

Als Behandlungsalternativen zu Lasmiditan bei akuter Migräne gelten: 

  • Triptane (z.B. Sumatriptan, Eletriptan)
  • Ergotamine-Derivate (z.B. Dihydroergotamin)
  • Nicht-steroidale Antirheumatika (z.B. Ibuprofen, Naproxen)
  • Kombinationen aus Triptanen und NSAR (z.B. Sumatriptan/Naproxen)
  • Opioid-Analgetika (z.B. Tramadol)
  • Antiemetika (z.B. Metoclopramid)
  • Kortikosteroide (z.B. Dexamethason)

Die Wahl des geeigneten Medikaments hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem Schweregrad der Migräne, dem Vorliegen von Begleitsymptomen wie Übelkeit oder Erbrechen, der Patientengeschichte und möglichen Kontraindikationen.

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Lovenberg TW et al. (1993) Molekulares Klonieren und funktionelle Expression von 5-HT1E-ähnlichen 5-Hydroxytryptamin - Rezeptorgenen der Ratte und des Menschen. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America  90: 2184–2188 .
  2. Erdmann J et al. (1997) Zuordnung des humanen Serotonin-1F-Rezeptorgens (HTR1F) zum kurzen Arm von Chromosom 3 (3p13-p14.1). Molecular Membrane Biology. 14  133–135 .
  3. Maassen VanDenBrink A et al. (1998) Chromosomale Lokalisation des 5-HT1F-Rezeptorgens: Kein Hinweis auf eine Beteiligung an der Sumatriptan-Wirkung bei Migränepatienten“. American Journal of Medical Genetics  77: 415–420 .
  4. Wainscott DB et al. (2005) [3H]LY334370, ein neuartiger Radioligand für den 5-HT1F-Rezeptor. I. In-vitro-Charakterisierung der Bindungseigenschaften. Naunyn -Schmiedeberg's Archives of Pharmacology  371: 169–177 .

Weiterführende Artikel (3)

Ditane; Ibuprofen; Serotonin-Syndrom;
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