Lilium tigrinum flower (leaf/stem/extract (INCI)

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 15.07.2024

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Synonym(e)

Crumple Lily; Große Türkenbundlilie; Lilium lancifolium; Lilium lancifolium Thunb; Lilium lancifolium Tiger-Lilie; Lilium leopoldii Baker; Lilium lishmannii T.Moore; Lilium tigrinum Ker Gawl.; Tigerlilie; Tiger Lily

Definition

Lilium tigrinum flower/leaf/stem/extract, der Extrakt aus oberirdischen Teilen der Tigerlilie (Blüten, Stängel, Blätter) wird in kosmetischen Rezepturen eingesetzt.
Der Extrakt wirkt hautpflegend und hautaufhellend. 

Inhaltsstoffe

Die Zwiebeln von Lilium lancifolium enthalten drei Haupttypen von Phenolsäuren, d. h. Regalosid B, Regalosid C und Regalosid E, sowie versch. Polysaccharide. Die extrahierten Mengen an Regalosid B, Regalosid C und Regalosid E erreichten 0,31 ± 0,06 mg g-1, 0,29 ± 0,03 mg g-1 bzw. 3,04 ± 0,38 mg g-1 (Chen L et al. 2021).

Die phenolischen Verbindungen tragen zu den Hauptfarben (rot, gelb und weiß) in Liliumzwiebeln bei. Die sieben phenolischen Pigmentmonomere, die für die Farbe der Zwiebeln verantwortlich sind - Cyanidin-3-O-Rutinosid, Isoquercitrin, Regalosid B, Regalosid C, Regalosid H, Regalosid A und Regalosid D -können mittels HPLC-MS und NMR-Analyse identifiziert werden. Den Quantifizierungsergebnissen zufolge weisen Liliumzwiebeln mit dunkleren und röteren Farben eine größere Biomasse, eine bessere Nährstoffzusammensetzung, signifikant höhere bioaktive Inhaltsstoffe und eine höhere antioxidative Kapazität auf als die drei derzeit konsumierten Sorten essbarer Liliumzwiebeln.

Vorkommen

Die Tiger-Lilie (Lilium lancifolium, Syn.: Lilium tigrinum) ist eine Art aus der Gattung der Lilien (Lilium) in der Sektion Sinomartagon. Sie bevorzugt einen lehmigen, aber nicht staunassen Boden. Oft wird sie auf grasigen Hängen zwischen 400 und 2500 m NN gefunden. Ursprünglich kommt die Tiger-Lilie aus den Gegenden  Anhui, Gansu, Guangxi, Hebei, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Jilin, Qinghai, Shaanxi, Shandong, Shanxi, Sichuan, Xinjiang und Zhejiang in der Volksrepublik China vor. Sie wird seltener auch in Korea und Japan kultiviert.

Sie erreicht eine Wuchshöhe von 80 cm bis 150 cm und eine Breite von ungefähr 25 cm. Die Zwiebeln sind rundlich und erreichen einen Durchmesser von etwa 4–8 cm. Sie sind mit weißen bis gelblich-weißen Schuppen überzogen und bilden Stolonen aus. Der Stängel ist hart und gerade mit purpurnen Streifen. Die Blätter sind lanzettförmig, zwischen 3 und 18 cm lang und zwischen 0,5 und 3 cm breit. Sie sind mit ebenfalls weißen, wolligen Haaren übersät.

Die Pflanze blüht von Juli bis August mit drei bis sechs, in Kultur auch bis zu 20, in einer Rispe waagerecht bis nickender Blüten. Die Blüten bestehen aus sechs stark zurückgebogenen 6–10 cm langen Blütenblättern (Türkenbundform). Die Grundfarbe der Blüten ist zinnoberrot mit dunklen purpurnen Punkten.

Anwendungsgebiet/Verwendung

Die Zwiebeln der Tiger-Lilie sind essbar, daher wird sie seit Jahrhunderten in China kultiviert. Die Zwiebel ist leicht bitter und erinnert an Pastinaken. Sie ist sehr stärkehaltig und wird getrocknet und gemahlen zum Andicken von Suppen und Soßen verwendet.

In der volkstümlichen Medizin wird die Zwiebel als harntreibendes und schleimlösendes Mittel eingesetzt. Außerdem werden ihr herzkräftigende Eigenschaften und Stärkung der Sehkraft zugeschrieben. Eine starke Tinktur aus den Blüten wird zur Auslösung von Wehen eingesetzt, sie verursacht Kontraktionen der Gebärmutter.

Der Zwiebelextrakt hat (auf Grund seiner phenolischen Inhaltsstoffe) eine Melanozyten-hemmende Wirkung und führt zur Hautaufhellung. Experimentelle Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Hemmung der Melanogenese durch den Extrakt auf die Unterdrückung der melanogenen Enzymaktivität und die Herunterregulierung der Tyrosinase-, Tyrp1- und Tyrp2-Expression (s.u. DCT-Gen/ das kodierte Protein ist Tryp2 alias Dopachrome Tautomerase) zurückgeführt werden kann (Park S et al. 2023). 

Hinweis(e)

Die wohl bekannteste literarische Beschreibung der Tigerlilie in deutscher Sprache lieferte der Schriftsteller Ernst Jünger in der zweiten Fassung seiner Prosasammlung - "Das abenteuerliche Herz". Das Kurzprosastück Die Tigerlilie bildet den Eingangstext der Sammlung und markiert in symbolischer Form eines der zentralen Themen der Sammlung, den Zusammenhang von Schönheit und Gefahr bzw. die Nähe von Kunst und Tod. 

Literatur
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  1. Chen L et al. (2021) The extraction of phenolic acids and polysaccharides from Lilium lancifolium Thunb. using a deep eutectic solvent. Anal Methods 13:1226-1231.
  2. Park S et al. (2023) Anti-Melanogenic Effects of Lilium lancifolium Root Extract via Downregulation of PKA/CREB and MAPK/CREB Signaling Pathways in B16F10 Cells. Plants (Basel) 12:3666.
  3. Quan H et al. (2023) Effect of Microwave Treatments Combined with Hot-Air Drying on Phytochemical Profiles and Antioxidant Activities in Lily Bulbs (Lilium lancifolium). Foods 12:2344.

 

Verweisende Artikel (1)

Depigmentierungsmittel ;

Weiterführende Artikel (3)

DCT-Gen; Tyrosinase; TYRP1-Gen;
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