Erstbeschreiber/Historie
Die Lauren-Klassifikation wurde vom finnischen Pathologen Pekka A. Lauren (1922 – 2016) im Jahre 1965 entwickelt (Pschyrembel 2026).
Definition
Die Lauren-Klassifikation stellt eine histologische Klassifikation für das Magenkarzinom dar (Ostendorf 2015). Die Klassifikation hat sowohl für die Operation als auch für die Chemotherapie Bedeutung (Herold 2025). Sie wird von der WHO empfohlen, da sie klinisch bedeutsam und gut reproduzierbar ist (Hiddemann 2010).
Die heutzutage übliche modifizierte Lauren-Klassifikation berücksichtigt zusätzlich noch molekulare und genetische Tumoreigenschaften (Azbergenov 2025).
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Einteilung
Die Lauren-Klassifikation unterteilt sich in:
- Intestinaler Typ:
Dieser findet sich bei ca. 50 % der Magenkarzinome. Er wächst expansiv polypös, ist gut begrenzt (Herold 2025) und zeichnet sich durch drüsenartige Verbände von Tumorzellen aus, die gastrale und intestinale Muzine bilden (Ostendorf 2015).
Der intraoperative Sicherheitsabstand sollte beim intestinalen Typ 5 cm betragen (Pschyrembel 2026).
- Diffuser Typ:
Hier besteht ein infiltrierendes Wachstum mit schlechter Begrenzung (Herold 2025). Der Tumor ist schlecht differenziert. Histologisch lassen sich Siegelringzellen nachweisen (Ostendorf 2015), eine Drüsenformation hingegen fehlt (Hiddemann 2010).
Im fortgeschrittenen Zustand findet sich eine Linitis plastica, auch als „Lederflaschenmagen“ bezeichnet (Herold 2025). Die Lymphknotenmetastasierung erfolgt frühzeitig (Herold 2025). Eine peritoneale Metastasierung findet sich bereits bei 81 % der Patienten (Kreis 2017). Bei der Resektion ist ein großer Sicherheitsabstand von 10 cm erforderlich (Ganten 2002).
- Mischtyp:
Beim Mischtyp finden sich Anzeichen des intestinalen und des diffusen Typ. Hier empfiehlt sich bei der Resektion ein Sicherheitsabstand von 8 cm (Ostendorf 2015).
Vorkommen
Es lassen sich ca. 85 % der Magenkarzinome der Lauren-Klassifikation zuordnen (Ostendorf 2015).
Prognose
Magenkarzinome vom intestinalen Typ zeigen die bessere Prognose als Tumoren vom diffusen - bzw. Mischtyp (Ostendorf 2015).
LiteraturFür Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir
Kopernio
Kopernio- Azbergenov N K, Nurulla T A, Tulyayeva A B, Akhmetovna S Z, Kereeva N M, Akanova S N, Zholmukhamedova D A (2025) Trends and hot spots in research on the prognostic value of gastric cancer biomarkers in the concept of the Lauren classification: a bilbliometric analysis. Front Med (Lausanne) 22:12:1612256 doi: 10.3389/fmed.2025.1612256.eCollection2025
- Ganten D, Ruckpaul K, Hahn S A, Schmiegel W (2002) Molekularmedizinische Grundlagen von nicht-hereditären Tumorerkrankungen. Springer Verlag Berlin / Heidelberg 169
- Herold G et al. (2025) Innere Medizin. Herold Verlag 449
- Hiddemann W, Bartram C R (2010) Die Onkologie. Springer Medizin Verlag Heidelberg 822 - 823
- Kasper D L, Fauci A S, Hauser S L, Longo D L, Jameson J L, Loscalzo J et al. (2015) Harrison‘s Principles of Internal Medicine. Mc Graw Hill Education
- Kreis M E, Seeliger H (2017) Moderne Chirurgie des Magen- und Kardiakarzinoms. Springer Verlag Deutschland 164
- Ostendorf N, Antwerpes F, Füzesi L, Graf von Westphalen G (2015) Lauren-Klassifikation. DocCheck Flexikon. Doi: https://flexikon.doccheck.com/de/Laur%C3%A9n-Klassifikation
- Pschyrembel online (2026) Lauren-Klassifikation. Walter de Gruyter GmbH Doi: https://www.pschyrembel.de/Laur%C3%A9n-Klassifikation/K0CLX




