HHV-6

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 11.03.2020

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Synonym(e)

HHV-6A; HHV-6B; Humanes Herpesvirus 6; Humanes Herpesvirus 6A, Humanes Herpesvirus 6B

Definition

Das HHV-6-Virus (Humanes Herpesvirus 6) gehört zur Ordnung der Herpesvirales in der Familie: Herpesviridae, der Unterfamilie: Betaherpesvirinae, der Gattung: Roseolovirus, der Art: Humanes Herpesvirus 6A, 6B; HHV-6A; HHV-6B.

Einteilung

Die frühere Virusspezies „Humanes Herpesvirus 6, HHV-6 wird nach den Ausführungen des ICTV (International Committee on Taxonomy of Viruses; 2019) in die beiden Subtypen A und B in den Rang von Spezies erhoben.

Das humane Herpesvirus Typ 6A und das humane Herpesvirus Typ6B (HHV-6A und HHV-6B) sind 2 humanpathogene Spezies der Virusgattung Herpesvirus aus der Unterfamilie der Betaherpesviren (Lautenschläger S 2018).

Allgemeine Information

HHV-6A und HHV-6B sind praktisch ubiquitär verbreitete Viren. Im Erwachsenenalter sind mindestens 80 % der Bevölkerung seropositiv.

Klinisches Bild

Grundsätzlich gilt, dass die Erstinfektion mit HHV-6B in 95% der Fälle vor dem 2. Lebensjahr erfolgt. Die Infektion erfolgt durch Tröpfcheninfektion und verläuft klinisch meist inapparent.

Die symptomatische Infektion äußert sich als Drei-Tage-Fieber (Exanthema subitum).

Die akute HHV-6- Infektion kann auch mit Fieber und einem Status epilepticus einhergehen (Mohammadpour Touserkani F et al. 2017).

Im Erwachsenenalter geht die Primärinfektion mit einem hochfieberhaften Krankheitsbild mit makulo-papulösem Exanthem, Lymphadenopathie und möglicher komplikativen Hepatitis und Meningoenzephalitis einher (Costa BKD et al. 2019). Die HHV-6B-induzierte Enzephalitis ist eine wichtige Ursache für Morbidität und Mortalität nach allogener hämatopoetische Stammzelltransplantation (Ward KN et al. 2019).

HHV-6 scheint bei der Pityriasis rosea involviert zu sein.

Auch bei den nachfolgend aufgeführten Erkrankungen spielt HHV-6 offenbar eine pathogenetische Rolle: Gianotti-Crosti-Syndrom, Thrombozytopenische Purpura, Stevens-Johnson-Syndrom, Graft-versus-host-Reaktion.

Ebenso wird vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen der Reaktivierung von HHV-6 und dem Schweregrad eines DRESS-Syndroms besteht (Míguez-Martín L et al. 2019). Weiterhin wird HHV-6 als möglicher Kofaktor bei Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen vermutet. Mit der Spezies HHV-6A (dem früheren HHV-6-Subtyp A) konnten bisher keine Erkrankungen assoziiert werden.

Literatur
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  1. Costa BKD et al. (2019) Viral encephalitis: a practical review on diagnostic approach and treatment. J Pediatr (Rio J) pii: S0021-7557(19)30429-2.
    Kobayashi N et al (2019) Attenuation of human herpesvirus 6B reactivation by aging. J Med Virol 91:1335-1341.
  2. Lautenschläger S (2018) Humane Herpesviren. In: Braun-Falco`s Dermatologie, Venerologie Allergologie G. Plewig et al. (Hrsg) Springer Verlag S 124
  3. Míguez-Martín L et al. (2019) Delayed aminopenicillin reaction associated to human herpes virus 6 infection mimicking DRESS syndrome. Rev Alerg Mex 66:375-378.
  4. Mohammadpour Touserkani F et al. (2017) HHV-6 and seizure: A systematic review and meta-analysis. J Med Virol 89:161-169.
  5. Ward KN et al. (2019) Guidelines from the 2017 European Conference on Infections in Leukaemia for management of HHV-6 infection in patients with hematological malignancies and after hematopoietic stem cell transplantation. Haematologicapii: haematol.2019.223073.

Verweisende Artikel (1)

HHV-6-Infektion;
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