CRIA-Syndrom
Synonym(e)
Definition
CRIA ist das Akronym für „cleavage-resistant RIPK1-induced autoinflammatory syndrome/ CRIA-Syndrom und bezeichnet eine seltene, monogene autoinflammatorische Erkrankung mit meist früh beginnenden, wiederkehrenden Fieberschüben und ausgeprägter, zeitweise auftretender Lymphknotenschwellung. Dermatologisch wurde eine Assoziation mit einem Sweet-Syndrom beschrieben (Hernández Sánchez J et al. 2026).
Ätiopathogenese
Ursache sind heterozygote Varianten des RIPK1-Gens an der Spaltstelle des Proteins, insbesondere am Aspartatrest 324. Normalerweise begrenzt Caspase-8 die Wirkung von RIPK1 durch Spaltung. Die veränderte Kinase ist gegen diese Spaltung resistent; dadurch werden entzündliche Signalwege sowie Prozesse des programmierten Zelltods verstärkt aktiviert. Die Erkrankung kann autosomal-dominant vererbt werden oder durch eine de novo-Variante entstehen. Sie ist von der biallelischen RIPK1-Defizienz abzugrenzen.
Auch interessant
Klinik
Leitsymptome sind periodisches Fieber und rezidivierende Lymphadenopathie. Bei entsprechendem klinischem Verdacht wird die Diagnose durch den Nachweis einer krankheitsverursachenden RIPK1-Variante gestützt.
Therapie
Eine allgemein etablierte, ursächliche Therapie besteht bislang nicht. Über eine klinische Besserung unter IL-6-Rezeptor-Blockade wurde berichtet; eine direkte Hemmung der RIPK1-Kinase ist ein therapeutischer Forschungsansatz.
Fallbericht(e)
Eine 40 Tage alte Patientin, die zuvor gesund war und keine relevante Familienanamnese aufwies, stellte sich aufgrund rezidivierender Fieberschübe in der Notaufnahme vor. Die ersten Laboruntersuchungen ergaben eine Leukozytose, eine Thrombozytose und einen leicht erhöhten C-reaktiven Proteinwert. Die Patientin entwickelte in der Folge anhaltendes Fieber und ein mikropapulo-pustulöses neutrophiles Exanthem (Sweet-Syndrom). Die Erstdiagnose lautete auf eine Harnwegsinfektion, verursacht durch empfindliche Escherichia coli, woraufhin eine Antibiotikatherapie eingeleitet wurde. Nach molekulargenetischer Sicherung der Diagnose (CRIA) wurde eine erfolgreiche Therapie mit Anakinra eingeleitet (Hernández Sánchez J et al. 2026).
Literatur
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Kopernio
Kopernio
- Lalaoui N et al. (2020) Mutations that prevent caspase cleavage of RIPK1 cause autoinflammatory disease. Nature 577:103–108. doi:10.1038/s41586-019-1828-5.
- Hernández Sánchez J et al. (2026) Case report of CRIA syndrome: progression from initial response to anakinra to sustained control with tocilizumab. Reumatol Clin (Engl Ed) 22:502170.
- Zhou Q et al. (2020) A dominant autoinflammatory disease caused by non-cleavable variants of RIPK1. Nature 577:109–114. doi:10.1038/s41586-019-1830-y.
Verweisende Artikel (1)
RIPK1-Gen;Disclaimer
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