Autosomal Rezessive Hypercholesteinämie

Autor: Dr. med. Christina I. Hirth

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Zuletzt aktualisiert am: 30.07.2026

Synonym(e)

ARH

Definition

Autosomal rezessiv vererbter Gendefekt am LDLRAP1 Gen führt zu verminderte LDL-C Bindung an den LDLR und hierdurch zu verminderter LDL Clearance. Sehr hohe LDL-C Werte bereits in früher Kindheit, Xanthome und frühe Atherosklerose. Eltern sind nicht von der Erkrankung betroffen und haben normale LDL-C Werte. LDLR ist intakt und funktionsfähig (Abgrenzung zu autosomal dominater FH). ARH Patienten haben ein ähnlich hohes Risiko für frühzeitige kardiovaskuläre Erkrankung, schwerwiegende Folgen und vorzeitigen Tod wie Patienten mit HoFH.

Vorkommen/Epidemiologie

sehr selten, Häufigkeit: <1 in 1 X 106; Prävalenz von Genträgern kann in genetisch isoliert lebenden oder geographisch isolierten traditonellen erhnischen Gruppen höher sein (ARH wird z.B. häufiger gefunden in einer kleinen geographisch isolierten Region auf Sardinien).

Pathophysiologie

Ursache der Erkrankung ist ein Defekt am LDLRAP1 Gen. Dieses kodiert LDL Receptor Adapter Protein1, ein Protein das unabdingbar ist für das Andocken von LDL Partikeln an den LDLR an der Zelloberfläche und die Endozytose des Rezeptorkomplexes in die Leberzelle. Dies führt zu verminderter LDL-C Clearance und stark erhöhten LDL-C Werten im Blut.

Es zeigen sich sehr hohe LDL-C Werte bereits in früher Kindheit, Xanthome und frühe Atherosklerose.

Im Gegensatz zu autosomal dominanten Formen der FH ist der LDLR selbst intakt und funktionsfähig (Abgrenzung zu autosomal dominater FH).

LDL-C Werte sind annähernd so hoch wie bei der schweren homozygoten Form der autosomal dominaten FH (HoFH).

Auch hier frühzeitiger Beginn der Atherosklerose und vorzeitige Manifestation kardiovaskulärer Folgeerkrankungen und schwerer lebensbedrohlicher Ereignisse.

Familienanamnese zeigt typischerweise bei rezessivem Erbgang nicht betroffene Eltern mit normalem Lipidprofil (normale LDL-C Werte) hingegen aber Auftreten der Erkrankung bei Geschwistern (im Gegensatz zu autosomal dominanten Formen der FH bei der auch die Eltern die Erkrankung mit stark erhöhten LDL-C Werte zeigen)

 

 

Diagnostik

Standard-Lipidprofil 

Anamnese, Familienanamnese 

molekulargenetische Untersuchung (Sicherung der Diagnose und DD z.B. HoFH)

Dokumentation klinischer Zeichen (Xanthome, Arcus lipoides corneae), Anzeichen kardiovaskulärer Manifestation, ggf. Vorliegen zusätzlicher sekundärer Dyslipidämien bzw. Beitrag sekundärer Ursachen klären (Risikofaktoren, Begleiterkrankungen, Lebensstilfaktoren: Bewegung, Ernährung, Rauchen).

 

 

Therapie

siehe Dyslipidämie/Behandlungsoptionen

FH ohne Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren od. Begleiterkrankungen: hohes Risiko; LDL-C Zielwert: 70 mg/dl, 1,8 mmol/l.

FH bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren, kardiovaskulärer Erkrankungen: sehr hohes Risiko LDL-C Zielwert: 55mg/dl, 1,4 mmol/l.

daher ist starke LDL-C Senkung mithilfe medikamentöser Therapie lebenslang notwendig, um schwerwiegende lebensbedrohliche Folgen des stark erhöhten kardiovaskulären Risikos zu verhindern.

gut wirksam sind Statine plus Ezetimib kombiniert, ggf.  mit zusätzlich PCSK9 Inhibitoren o.a. siehe Dyslipidämie/Behandlungsoptionen

Literatur
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  1. Fellin R et. al.(2015). The history of Autosomal Recessive Hypercholesterolemia (ARH). From clinical observations to gene identification. Gene. 2015 Jan 15;555(1):23-32. doi:10.1016/j.gene.2014.09.020
  2. Petrulioniene Z et. al. (2019). Autosomal recessive hypercholesterolemia: Case report. Journal of Clinical Lipidology, 2019; 13, 887-893. doi: 10.1016/j.jacl.2019.09.009

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