Alpha-Methyldopa

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 17.07.2020

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Synonym(e)

CAS Nummer: 2508-79-4; CAs Nummer: 41372-08-1; CAS-Nummer: 555-30-6; L-3-(3,4-Dihydroyphenyl)-2-methylalanin; L-Methyldopa; Methyldopa; Methyldopa-Hydrochlorid; Methyldopa-Sesquihydrat; Methyldopum; (S)-3-Hydroxy-α-methyltyrosin dihydroxphenyl)-2-methylpropionsäure; (S)-α-Methyldopa

Definition

α-Methyldopa ist eine synthetisch produzierte Aminosäure, die als Arzneistoff in der Bluthochdrucktherapie angewandt wird (Antihypertonikum). α -Methyldopa ist eine Pharmakon-Vorstufe mit der Summenformel C10H13NO4. Der Wirkmechanismus des Methyldopa beruht hauptsächlich auf einer Hemmung der zentralen Sympathikuswirkung. Daher wird Methyldopa auch zusammen mit anderen Pharmaka (Reserpin, Clonidin, Moxonidin) als Antisympathotonikum bezeichnet.  α-Methyldopa hat eine orale Bioverfügbarkeit von etwa 25 % und eine Halbwertszeit von 1,5 Stunden.

Pharmakodynamik (Wirkung)

α-Methyldopa wird in der Peripherie und im ZNS wie das natürlich vorkommende Dopa verstoffwechselt. Dabei ensteht statt Noradrenalin der falsche Transmitter α-Methyl-Noradrenalin. Dieser Transmitter wirkt im Gegensatz zu dem physiologischen Noradrenalin wie ein α2-selektiver Agonist. Weiterhin bewirkt α-Methyl-DOPA eine Hemmung des Enzyms DOPA-Decarboxylase. Damit wird der Syntheseweg von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin unterdrückt.

Noradrenalin bewirkt über eine Aktivierung von Adrenozeptoren eine Vasokonstriktion und damit eine Erhöhung des Blutdrucks. α -Methyldopa hingegen weist als sogenannte falsche Überträgersubstanz, relativ zum physiologischen Überträgerstoff, eine höhere Affinität zu α2-Rezeptoren auf als zu α1-Rezeptoren. Die Aktivierung präsynaptischer α2-Rezeptoren sorgt peripher für eine Verminderung der Noradrenalinfreisetzung. Diese Wirkung setzt 2-6h nach der Verabreichung ein und hält für einen Zeitraum von etwa 10 - 16 h an.

Indikation

α-Methyldopa gehört (neben Clonidin) zu der sehr kleinen Gruppe an Substanzen, bei denen Erfahrungen in der Anwendung während der Schwangerschaft vorliegen., ist es bei arterieller Hypertonie in der Schwangerschaft (Eklampsie) das Mittel erster Wahl.

Unerwünschte Wirkungen

α-Methyldopa ist für den Menschen schlecht verträglich. Bekannte Nebenwirkungen sind Müdigkeit (bei > 10 % der Patienten), trockene Nasenschleimhaut und leichte Magen-Darm-Beschwerden (bei 1–10 % der Patienten) sowie harmlose Dunkelfärbung des Urins bei Luftkontakt (< 1% der Patienten). Weiterhin Hypotonie mit orthostatischen Dysregulationen, Hautreaktionen oder Immunhämolyse. Weitere zentrale Wirkungen sind sedativ-hypnotische (Aktivierung zentraler α2-Rezeptoren) und analgetische Effekte. Wegen Hemmung der Synthese von Noradrenalin und Dopamin können Depressionen und ein medikamentöser Parkinsonismus auftreten.

Bei etwa 1–10 % der Patienten kommt es zu Bradykardie, Ödemen und depressiven Verstimmungen, bei etwa 1% zu Leberschäden

Präparate

Dopegyt®; Presinol ®

Literatur
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  1. Cifková R (2000) Hypertension in pregnancy: recommendations for diagnosis and treatment. J. Hypertens 18: 1346-1348
  2. Finsterer J (2019) Methyl-DOPA causing reversible peripheral facial palsy. Clin Neurol Neurosurg 179:53-54.
  3. Hubbard AK et al. (1993) Immunogenicity studies of a synthetic antigen of alpha methyl dopa. Immunopharmacol Immunotoxicol 15:621-637.
  4. Podymow T et al. (2008) Update on the Use of Antihypertensive Drugs in Pregnancy. Hypertension 51: 960-969

Verweisende Artikel (1)

Antisympathotonikum;

Weiterführende Artikel (3)

Clonidin; Noradrenalin; Reserpin;
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