Sumatriptan

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Co-Autor: Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

Alle Autoren dieses Artikels

Zuletzt aktualisiert am: 18.01.2026

This article in english

Synonym(e)

Sumatriptansuccinat

Definition

Serotoninagonist (5-HT1B und 5-HT1D-Rezeptoren-Blocker).

Pharmakodynamik (Wirkung)

Vasokonstriktion der Hirnrindengefäße, durch Stimulation von 5-HT1B und 5-HT1D-Rezeptoren, die sich als Folge einer Entzündungsreaktion während der Aura vor Beginn der Schmerzsymptomatik erweitert haben. Hemmung der Freisetzung von Schmerzmediatoren.

Merke! Sumatriptan wirkt auch gegen Übelkeit und Erbrechen (und damit gegen die wichtigsten Begleitsymptome der Migräneattacke). Dadurch ist bei Anwendung von Sumatriptan im akuten Anfall die zusätzliche Einnahme eines Antiemetikums nicht indiziert.

Pharmakokinetik

Nach oraler Gabe wird Sumatriptan schnell resorbiert und erreicht nach ca. 2 (0,5 bis 5) Stunden maximale Plasmakonzentrationen. Die absolute Bioverfügbarkeit nach oraler Gabe beträgt durchschnittlich 14 Prozent. Die Eliminationshalbwertzeit beträgt ungefähr 2 Stunden. Die Bindung an Plasmaproteine ist gering (14 bis 21 Prozent).

Die extrarenale Clearance entspricht etwa 80 Prozent der totalen Clearance, was darauf hinweist, dass Sumatriptan hauptsächlich durch einen oxidativen Metabolismus, der über die Monoaminoxidase A gesteuert wird, eliminiert wird.

Indikation

Akute Migräneanfälle mit und ohne Aura, Cluster-Kopfschmerzen, Erythroprosopalgie.

Schwangerschaft/Stillzeit

Während der Schwangerschaft nur anwenden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter ein mögliches Risiko für das Kind überwiegt (ungenügende Datenlage). Stillzeit: Sumatriptan geht in die Muttermilch über, daher 24-48 Std. nach Anwendung nicht Stillen.

Dosierung und Art der Anwendung

Tbl.: 50-100 mg p.o. während des akuten Anfalles (Tageshöchstdosis: 100 mg).

Injektionslösung: 6 mg (0,5 ml) s.c. während des akuten Schmerzanfalles (Tageshöchstdosis 12 mg).

Suppositorien: 1 Zäpfchen (25 mg) während der akuten Attacke einführen (Tageshöchstdosis: 50 mg).

Nasenspray: 1 Sprühstoß (10-20 mg) im akuten Anfall intranasal applizieren (Tageshöchstdosis 20 mg).

 

Merke! Überschreiten der Tageshöchstdosis ist nicht mit erhöhter schmerzhemmender Wirkung verbunden!

Unerwünschte Wirkungen

Gelegentlich Schmerzen, Kribbeln, Hyperhidrose, Gesichtsrötungen, Hitze-, Schwere-, Druck- oder Engegefühl im Brust- oder Halsbereich, Steifheit/Schmerzen des Nackens.

Wechselwirkungen

Propranolol, Flunarizin, Pizotifen oder Alkohol

Ergotamin oder andere Triptan/5-HT1-Rezeptoragonisten: Theoretisch besteht ein erhöhtes Risiko koronarer Vasospasmen: mindestens 24 Stunden bis zur Anwendung von Sumatriptan warten; Nach der Anwendung von Sumatriptan mindestens 6 Stunden warten bevor ein ergotaminhaltiges Produkt angewendet wird und mindestens 24 Stunden, bevor ein anderer Triptan/5-HT1-Rezeptoragonist angewendet wird

MAO-Hemmer:

SSRI und SNRI: Risiko eines Serotonin-Syndroms

Lithium: Risiko eines Serotonin-Syndroms

Kontraindikation

Herzinfarkt, ischämische Herzkrankheiten, koronare Vasospasmen (Prinzmetal-Angina), Apoplex, Hypertonus, Komedikation mit Ergotaminderivaten (einschließl. Methysergid) oder MAO-Hemmern.

Präparate

Imigran

Zu der Gruppe der Triptanen gehören weitere folgende Wirkstoffe:

  • Eletriptan
  • Rizatriptan
  • Naratriptan
  • Almotriptan
  • Frovatriptan
  • Zolmitriptan

Hinweis(e)

Allgemein: Es ist anzuraten, Sumatriptan so früh wie möglich nach Auftreten des Migränekopfschmerzes zu geben. Es ist allerdings auch in jeder anderen Phase während des Migräneanfalls gleichermaßen wirksam.

Sumatriptan darf nur bei einer eindeutig diagnostizierten Migräne angewendet werden.

Es muss vor der Behandlung von Kopfschmerzen darauf geachtet werden, andere potenziell schwere neurologische Erkrankungen auszuschließen.

Menstruelle Migräne: Sumatriptan ist auch bei der Behandlung menstrueller Migräne wirksam, d.h. einer Migräne ohne Aura, die 3 Tage vor und bis zu 5 Tage nach Einsetzen der Menstruation auftritt. Sumatriptan sollte bei einem Migräneanfall sobald wie möglich genommen werden.

Ausgenommen von der Verschreibungspflicht sind zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit und ohne Aura, nach Erstdiagnose einer Migräne durch einen Arzt:

  • Almotriptan in festen Zubereitungen zur oralen Anwendung in Konzentrationen von 12,5 mg je abgeteilter Form und in einer Gesamtmenge von 25 mg je Packung
  • Naratriptan in festen Zubereitungen zur oralen Anwendung in Konzentrationen von 2,5 mg je abgeteilter Form und in einer Gesamtmenge von 5 mg je Packung
  • Sumatriptan in festen Zubereitungen zur oralen Anwendung in Konzentrationen von 50 mg je abgeteilter Form und in einer Gesamtmenge von 100 mg je Packung

Literatur
Für Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir Kopernio Kopernio

  1. Wienholtz NKF et al. (2021) Infusion of Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide-38 in Patients with Rosacea Induces Flushing and Facial Edema that Can Be Attenuated by Sumatriptan. J Invest Dermatol 141:1687-1698.

Weiterführende Artikel (1)

Erythroprosopalgie;
Abschnitt hinzufügen

Autoren

Zuletzt aktualisiert am: 18.01.2026