PRAME
Definition
PRAME ist das Akronym für: „Preferentially Expressed Antigen in Melanoma“. PRAME ist ein Melanom-assoziiertes Antigen, das durch autologe T-Zellen eines Melanompatienten isoliert wurde. Bei PRAME handelt sich um ein Cancer-Testis-Antigen (s. unter Hinweise), das in vielen malignen Tumoren, darunter dem Aderhautmelanom, verstärkt exprimiert werden kann. Die Tumorzellen bilden vermehrt PRAME-mRNA und PRAME-Protein. Nachgewiesen wird PRAME durch Genexpressionsanalyse, quantitative PCR oder Immunhistochemie.
Vorkommen
PRAME und Okuläres Melanom: Eine erhöhte Expression des PRAME-Gens stellt beim Aderhautmelanom einen unabhängigen ungünstigen Prognosemarker dar. Die molekulare PRAME-Aktivität dient bei diesem Melanom-Typus der zusätzlichen Risikostratifizierung von Tumoren der prognostisch günstigeren Genexpressionsklasse 1; PRAME-positive Klasse-1-Tumoren weisen ein deutlich höheres Metastasierungsrisiko auf als PRAME-negative Tumoren. Eine erhöhte Expression kann auf eine biologisch aggressivere Tumorzellpopulation hinweisen (Field et al. Clinical Cancer Research 2016).
PRAME und kutane Melanome: Unter den kutanen Melanom-Subtypen wurde PRAME bei 94,4 % der akralen Melanome, bei 92,5 % der oberflächlich spreitenden Melanome, bei 90 % der knotigen Melanome, bei 88,6 % der Lentigo-maligna-Melanome und bei 35 % der desmoplastischen Melanome diffus exprimiert. Vollständig PRAME-negativ erwiesen sich 86,4 % - 96,1 % der banalen melanozytären Nävi. Eine Immunreaktivität für PRAME in kleinen Melanozyten-Subpopulation kann bei rund 13,6 % der kutanen Nävi beobachtet werden, darunter in dysplastischen Nävi (in einer größeren Studie erwiesen sich rund 13 % der dysplastischen Nävi diffus PRAME-positiv/Turner N et al. 2024). Auch in traumatisierten Nävi oder Spitz-Nävi kann PRAME-Reaktivität gefunden werden, ohne dass daraus klinische Schlüsse zu ziehen sind (Lezcano C et al. 2018). PRAME wies in versch. Studien eine Sensitivität von 89,6 % und eine Spezifität von 96,1 % bei der Unterscheidung zwischen Melanomen und Nävi auf (Bahmad HF et al. 2023). Unter den nicht-melanozytären Läsionen können einige schlecht differenzierte Tumoren, darunter atypische Fibroxanthome, PRAME-positiv sein (Turner N et al. 2024; Lezcano C et al. 2018; Bahmad HF et al. 2023)
Hinweis(e)
Cancer-Testis-Antigene (CTA oder auch Krebs-Hoden-Antigene) sind Proteine, deren Expression normalerweise weitgehend auf Keimzellen des Hodens – teilweise auch auf Plazenta und Ovar – beschränkt ist, die jedoch in zahlreichen malignen Tumoren aberrant reaktiviert werden. Der Name bedeutet somit:
- Cancer: Expression in verschiedenen Tumorzellen
- Testis: physiologische Expression vor allem in männlichen Keimzellen
- Antigen: Das Protein kann vom Immunsystem erkannt werden
In den meisten normalen somatischen Geweben sind die entsprechenden Gene epigenetisch stillgelegt. In Tumorzellen kann insbesondere eine DNA-Hypomethylierung zu ihrer erneuten Expression führen. Da Keimzellen des Hodens kaum HLA-Klasse-I-Moleküle exprimieren und immunologisch abgeschirmt sind, entwickelt sich gegen diese Antigene häufig keine ausgeprägte Immuntoleranz. Dadurch können CTA eine tumorspezifische Immunantwort auslösen. Bekannte Vertreter sind MAGE-A1/A3/A4, NY-ESO-1, SSX, CTAG2 und PRAME.
Literatur
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Kopernio
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- Bahmad HF et al. (2023) Potential diagnostic utility of PRAME and p16 immunohistochemistry in melanocytic nevi and malignant melanoma. J Cutan Pathol 50:763-772.
- Field MG et al. (2016) PRAME as an Independent Biomarker for Metastasis in Uveal Melanoma. Clin Cancer Res 22:1234-1242.
- Lezcano C et al. (2018) PRAME Expression in Melanocytic Tumors. Am J Surg Pathol 42: 1456-1465.
- Salzano S et al. (2025) Preferentially Expressed Antigen in Melanoma (PRAME) as a diagnostic and predictive marker in melanocytic tumors: An updated narrative review. Histol Histopathol 40:1889-1895
- Turner N et al. (2024) Pitfalls of PRAME Immunohistochemistry in a Large Series of Melanocytic and Nonmelanocytic Lesions With Literature Review. Am J Dermatopathol 46:21-30.