Pilze

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 23.04.2021

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Synonym(e)

Fungi; Fungus; Pilz

Allgemeine Definition

Pilze sind ubiquitär verbreitete, heterotrophe Organismen. Pilze bilden ein eigenes System mit über 100.000 bekannten Arten. Nur wenige Hundert sind als Erreger von Mykosen bekannt. Pilze sind keine Pflanzen. Sie sind im Gegensatz zu Pflanzen nicht zur Photosynthese befähigt. Insofern sind sie auf organische Materialien angewiesen. Pilze sind im Gegensatz zu Bakterien Eukaryonten. Ihr Genom ist in einem Zellkern organisiert. Wesentliches Strukturelement in der Zellwand von Pilzen ist das Chitin. Hinzu kommen Polysaccharide wie Mannan und Glukan.

Pilze vermehren sich sexuell und asexuell:

  • Pilze mit sexuellem Vermehrungszyklus werden als teleomorphe Pilze bezeichnet, auch Fungi perfecti.
  • Pilze, die sich asexuell vermehren, werden auch als anamorph, als Fungi imperfecti bezeichnet. Die meisten der klinisch bedeutsamen Pilze fallen in die Gruppe der Fungi imperfecti.

Sporen: Die zur Vermehrung dienenden Zellen werden als Sporen bezeichnet. Die asexuelle Vermehrung erfolgt durch Sprossung, durch Zerfall von Hyphen in einzelne Fragmente. Diese werden als Gliedersporen oder Arthrosporen bezeichnet. Sporen, die zum Schutz gegen Austrocknung eine verdeckte Außenwand gebildet haben, werden als Chlamydosporen (Mantelsporen) bezeichnet.

Konidien: Weiterhin werden Sporen an vorbestehenden Hyphen sowie in Sporenträgern (Konidien) gebildet. Der Aufbau und die Morphologie von Konidien werden zur mikromorphologischen Differenzierung der Pilze eingesetzt. Konidien werden je nach Anzahl der Zellen, aus denen sie bestehen, als

  • Mikrokonidien (bis 2 Zellen) oder
  • als Makrokonidien bezeichnet.

Klinisches Bild

Meist verursachen humapathogene Pilze nur oberflächliche Infektionen der Haut und der Schleimhäute, da ein intaktes Immunsystem in der Lage ist, wenig pathogene Pilze abzuwehren und dadurch systemische (ivasive) Infektionen zu verhindern. Trotzdem gewinnsen systemische Pilzinfektionen eine zunehmende Bedeutung, da immunsuppressive Therapiemaßnahmen zunehmen. Nach klinischen Gesichspunkten lassen sich unterscheiden:

  • Superfizielle Mykosen (Dermatomykosen)
  • Subkutane Mykosen
  • Systemmykosen, bei denen das Hautorgan im Rahmen eines septischen Prozesses betroffen sein kann.  

Dermatomykosen umfassen dabei Erkrankungen, die durch die Besiedlung der Haut und ihrer Anhangsgebilde mit Pilzen hervorgerufen werden. Als Erreger finden sich überwiegend Dermatophyten. Dermatophyten sind keratinophile Pilze. Sie verursachen oberflächlich; im Stratum corneum sowie in den keratinisierten Hautanhangsgebilden (Haare, Nägel) Infektionen. Auch die Infektionen der Haut, der Schleimhäute und der Nägel mit Candida-Hefen werden zu den Dermatomykosen gerechnet.
Schimmelpilze infizieren meist sekundär bereits krankhaft veränderte Haut. Die wichtigste humanpathogene Schimmelpilzgattung ist Aspergillus (s.u. Aspergillose). 

Literatur
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  1. Mayser P (2010) Mykologische Fortbildung. Almirall-Hermal 
  2. Mayser P (2018) Mykosen. In: Braun-Falco`s Dermatologie, Venerologie Allergologie G. Plewig et al. (Hrsg) Springer Verlag S 261-297

Verweisende Artikel (1)

Mykosen;

Weiterführende Artikel (1)

Aspergillose (Übersicht);

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Zuletzt aktualisiert am: 23.04.2021