Synonym(e)
Biographische Angaben
(¤ 1894, 1969) Dermatologe. Hämel wurde in Straubing an der Donau geboren. In Regensburg Abitur; Medizinstudium in Würzburg, dort 1922 Staatsexamen. Seit 1925 dermatologische Ausbildung bei Karl Zieler in Würzburg. 1928 dort Oberarzt, 1929 Habilitation. Seit 1933 war Hämel Parteimitglied der NSDAP und Mitglied der SA. 1934 Ernennung zum a.o. Professor. 1935 erhielt er einen Ruf nach Greifswald als Nachfolger des nach Heidelberg gewechselten Walther Schönfeld. In Greifswald blieb Hämel nur ein halbes Jahr. Er folgte dann einem Ruf nach Jena. Hier bekundete er seine Treue gegenüber dem neuen sozialistischen Staat, und wurde von der FDJ-Hochschulgruppe Jena zum "Verdienten Arzt des Volkes" vorgeschlagen. Hämel wurde am 8.11.1951 zum Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen. Als anlässlich der 400-Jahr-Feier die Universität Jena zur "Sozialistischen Universität" proklamiert werden sollte, wollte er diesen Vorgang nicht mit seinem Namen verbunden wissen. So ging der 63-jährige 1958, noch vor der Proklamation, demonstrativ nach West-Berlin. Bis zum Frühjahr 1959 lebte er in München.
Hämel erhielt 1959 in Nachfolge von Walther Schönfeld den Ruf auf den Heidelberger Lehrstuhl für Dermatologie. 1961/62 wurde er zum Dekan der Medizinischen Fakultät gewählt. Von 1961-1964 war er Präsident des Deutschen Fakultätentag. Ferner war er Vorsitzender des Herausgeberkollegiums der Münchner Medizinischen Wochenschrift.
Am 9.4.1969 verstarb Hämel an den Folgen eines Hypernephroms.
Seine Rolle während des nationalsozialistischen Regimes ist umstritten. Hämel war seit dem 1.5.1933 unter der Mitgliedsnummer 5364220 Mitglied der NSDAP (Siegling C 2005). Er bekleidete 1939-1944 das Amt des Dekans der Medizinischen Fakultät und hier unter dem Rektor, Rasseforscher und Standartenführer Karl Astel. In dieser Funktion setzte er die 4. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25.07.1938 durch, die die Aberkennung der akademischen Grade jüdischer Ärzte vorsah.
Forschungsgebiete: Gemeinsam mit Hoede verfaßte er das Kapitel "Die Tuberkulose der Haut" im "Handbuch der Hautkrankheiten" von Arzt und Zieler. Schwerpunkt seiner Veröffentlichungen waren der Einsatz von Glukokortikoiden sowie das Problem der Penicillinresistenz. Weiterhin beschäftigte er sich mit der Serologie der Syphilis, der Einführung des Nelson-Tests, sowie mit den Möglichkeiten der kulturellen Züchtung von Gonokokken.
LiteraturFür Zugriff auf PubMed Studien mit nur einem Klick empfehlen wir
Kopernio
Kopernio- Elsner P (2020) 95 Jahre Universitäts-Hautkllkinik Jena -eine persönliche Betrachtung. Akt Dermatol 46: 330-335
- Siegling C (2005) Prof. Dr.med. Josef Hämel (1894-1969): Leben und Werk. Im Internet: https: www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00004920




