Affenpocken B04.x0

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

Co-Autor: Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Zuletzt aktualisiert am: 29.05.2022

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Synonym(e)

Human monkeypox; Human monkeypox virus infection

Erstbeschreiber

Seitdem die Affenpocken beim Menschen erstmals 1970 in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) diagnostiziert wurden, hat sie sich auf andere Regionen Afrikas (vor allem West- und Zentralafrika) ausgebreitet, und in den letzten Jahren sind auch Fälle außerhalb Afrikas aufgetreten.  

Definition

Sporadisch in ländlichen Gegenden des tropischen Regenwaldes (Kamerun, Liberia, Nigeria, Sierra Leone, Gabun, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Zentralafrikanische Republik) auftretende zoonoetische Infektion die durch ein Orthopoxvirus verursacht wird und beim Menschen zu einer pockenähnlichen Erkrankung führt.

Erreger

Orthopoxvirus, das eine vom Variolavirus unabhängige Evolution durchlaufen hat.

Vorkommen/Epidemiologie

Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder durch Aerosol. 28% Mensch-zu-Mensch-Übertragung (die Infektkette reißt schnell ab), ansonsten durch Kontakt mit kranken Tieren. Jährlich ca. 65 gemeldete Infektionen. 30% der Infektionen verlaufen subklinisch. Letaler Ausgang möglich. Vermutlich Schutz durch Pockenimpfung. Im Jahre 2022 wurde ein vermehrtes Auftreten der Infektion bei Männer mit homosexuellen Kontakten beobachtet.   

Klinisches Bild

Das Krankheitsbild ähnelt der Variola-Infektion. Inkubationszeit beträgt etwa 12 Tage. Das klinische Bild beginnt mit Fieber, einem fleckigen Exanthem, starken Kopf- und Rückenbeschwerden und schwerem Krankheitsgefühl. Fast gleichzeitig kommt es zum Ausbruch eines typischen Pockenexanthems. Aus Papeln werden Pusteln mit typischer zentraler Eindellung. Ein hoher Prozentsatz der Patienten entwickelt auch Schleimhautbefall. Die Krankheit dauert 2-4 Wochen. Die Effloreszenzen heilen unter Narbenbildung ab.

Diagnostik

Pustelinhalt mit elektronenmikroskopischem Nachweis der 300x200nm großen Affenpockenviren.     

Literatur
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  1. Bunge EM et al. (2022) The changing epidemiology of human monkeypox-A potential threat? A systematic review. PLoS Negl Trop Dis 16:e0010141.
  2. Mukinda VB et al. (1997) Re-emergence of human monkeypox in Zaire in 1996. Monkeypox Epidemiologic Working Group. Lancet 349: 1449-50
  3. Mukinda VB et al. (1997) Re-emerge of human monkeypox in Zaire in 1996. Hautarzt 48:598
  4. Meyer H et al. (2002) Outbreaks of disease suspected of being due to human monkeypox virus infection in the democratic republic of congo in 2001. J Clin Microbiol 40: 2919-2921

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Human monkeypox;

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