Pruritus vulvae L29.20

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 26.02.2020

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Synonym(e)

Genitaler Juckreiz; Genital itch; Juckreiz der Vulva; Vulvajuckreiz; Vulvärer Juckreiz; Vulvärer Pruritus

Definition

 Akuter oder chronischer Juckreiz am äußeren weiblichen Genitale mit multifaktorieller, exogener oder endogener Genese. Vulvärer Pruritus ist ein häufiges Symptom, das die Leebensqualität der Patientinnen oft erheblich einschränkt.   

Vorkommen/Epidemiologie

In Deutschland leiden 17-23% der Bevölkerung an chronischem Juckreiz. In 5-10% der Fälle ist das weibliche Genital, insbesonder die Vulva betroffen (Wölber L et al. 2020).   

Ätiopathogenese

Ursachen des genitalen Juckreizes. Die Zahlen in Klammern gegebn die Prävalenzen wieder. 

Dermatologische Grunderkrankungen mit Juckreiz

Klinisches Bild

Das klinische Bild ist auf Grund der  multifaktoriellen Genese unterschiedlich. Eine systematische Anamnese mit folgenden Parametern ist erforderlich:

  • Symptomdauer (akut/chronisch) Hinweis: chronisch= Bestandsdauer von >6Wochen)
  • Lokalisation (lokal/generalisiert)
  • Intensität (Skala 0-10)
  • Bestehende systemische Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus; atopische Diathese; Autoimmunerkrankungen)
  • Lindernde oder aggravierende Modulatoren
  • Hormonelle Situation (prä-/postmenopausal?)
  • Vortherapien (lokale Vortherapien/systemische Vortherapien z.B. Ovulationshemmer)

 

Diagnose

Bei therapieresistenten Candidosen/Infektionen können mikrobiologische Abstriche, kulturbasierte Nachweismethoden und Ampilifikationstechniken notwendig werden um die Diagnose zu sichern. Zur genaueren Beurteilung empfiehlt sich eine Vulvoskopie mit 7-30-facher  Vergrößerung. Durch Applikation von 5% Essigsäure können suspekte Areale klarer visualisiert werden. Bei V.a. VIN ist eine läsionale 4mm Stanzbiopsie zwingend.

Therapie

Behandlung der Grundkrankheit. Bei Verdacht auf eine somatoforme Störung s. die dort aufgeführten Behandlungsvorschläge.

Literatur
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  1. Wölber L et al. (2020) Pruritus vulvae - Ursachen, Diagnostik und Therapie. Dtsch Ärztebl Int 117: 126-133

Disclaimer

Bitte fragen Sie Ihren betreuenden Arzt, um eine endgültige und belastbare Diagnose zu erhalten. Diese Webseite kann Ihnen nur einen Anhaltspunkt liefern.

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