Chitosan

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 19.01.2021

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Synonym(e)

Deacetylchitin; Poliglusam; Poly-(D)Glucosamin; Poly-D-Glucosamin; Polyglucosamin

Erstbeschreiber

Rouget, 1859

Definition

Chitosan (v. griech. chiton = Unterkleid, Hülle, Panzer) auch Poly-D-Glucosamin oder Polyglucosamin genannt, ist ein natürlich vorkommendes Polyaminosaccharid (kann auch industriell hergestellt werden), das sich vom Chitin ableitet.

Chitin ist das zweithäufigste Polysaccharid nach der Cellulose, dem es als Polymer von N-Acetylglucosamin strukturell ähnelt. Chitosan entsteht durch Abspalten der Acetyl-Gruppen aus dem Chitinmolekül mit Laugen (alkalische Hydrolyse). Chitosan kommt natürlich in einigen Pilzen vor. Durch seine freien Aminogruppen können leicht nützliche Wechselwirkungen mit anderen Substanzen eingegangen werden. Chitosan ist ungiftig, antibakteriell, antiviral. Allergologisch ist das Polyaminosaccharid unbedenklich. 

 

Allgemeine Information

  • Farbloser, amorpher, zäher Stoff.
  • Wird als Filtermaterial und als Nahrungsergänzungsmittel verwendet.
  • Eine Untersuchung mit unterschiedlichen Konzentrationen zeigte wundheilungsfördernde Effekte.
  • Chitosan-Polymere könnten als Carriers für siRNA eingesetzt werden (s.a. Polymer-basierte Transportsysteme)  

Hinweis(e)

Die biologische Abbaubarkeit von Chitosan und Chitin eröffnet weitere Anwendungsmöglichkeiten in Medizin, Pharmazie und Kosmetik. Chitosan wird sowohl in der Haar- als auch in der Hautpflege eingesetzt. Chitosan ist ein Filmbildner auf Haut, Haaren und auf den Nägeln. Als Zusatz in Hautpflegeprodukten fördert es das Feuchtigkeitsbindevermögen der Haut. Besonders eignet es sich zur Pflege der trockenen, spröden Haut.

Chitosanderivate die in kosmetischen Präparaten angewendet werden: 

Literatur
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  1. Burkatovskaya M et al. (2006) Use of chitosan bandage to prevent fatal infections developing from highly contaminated wounds in mice. Biomaterials 27: 4157-4164
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