SMAS

Autor: Dr. med. Robert Kasten

Co-Autor: Dr. med. Stephan Große-Büning

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Zuletzt aktualisiert am: 18.08.2020

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Synonym(e)

Superfizielles Muskulo-Aponeurotische System

Definition

SMAS ist das Akronym für "Superfizielles Muskulo-Aponeurotisches System".

Das Platysma, das SMAS und die Faszia temporalis superficialis sind in einer Schicht zu finden und entstammen dem Mesenchym des 2. Pharyngealbogens. 

Das "Superfizielle Muskulo-Aponeurotische System", besteht aus der mimischen Muskulatur und einer dünnen Faszienschicht. Diese Faszie verbindet die Gesichtsmuskeln und sorgt dafür, daß eine komplexe Mimik entstehen kann. Der Faszienanteil entspringt aus der oberflächlichen Halsfaszie, umhüllt das Platysma und inseriert an der mimischen Muskulatur vom unteren Gesicht bis zur Stirn.

Die Faszie inseriert am Processus mastoideus sowie an der oberflächlichen Faszie der Parotis ein bis zwei Zentimeter anterior des Tragus. Weitere Ansatzpunkte finden sich am Arcus zygomaticus und an der Faszie des M. sternocleidomastoideus. Das SMAS endet ab der Nasolabialfalte nach medial.

Das SMAS besitzt einen eigenen Gefäßplexus, der meist als Plexus subdermalis beschrieben wird und sich aus der A. transversa faciei, der A. lacrimalis und/oder der A. infraorbitalis bildet.

Die Stämme der Gesichtsarterien liegen oberflächlich im SMAS oder an der Grenze des SMAS zum subkutanen Fettgewebe.

Das SMAS trennt das oberflächliche Gewebe von den tiefen Anteilen und dient so als Infektionsbarriere. Das SMAS unterteilt die Fettkompartimente des Gesichtes in subkutane und tiefe Fettkompartimente.

Mit dem Alter nimmt die Distanz zwischen der Hautoberfläche und dem SMAS ab, mit einem zunehmenden BMI nimmt der Abstand zu. Die sensorischen Nerven befinden sich oberhalb des SMAS und die motorischen Nerven unterhalb des SMAS.

Hinweis(e)

Dermatochirurgische Bedeutung:  Bei einer Dissektion im Schläfenbereich oberhalb des SMAS wird der Ramus temporalis des Nervus facialis geschont.

Eine Plikation des SMAS ist Bestandteil vieler Facelifttechniken und kann auch beim Wundverschluss dazu verwendet werden, die Spannung der darüber liegenden Schichten zu reduzieren.

Beim „Liquid Face-Lift“ mit Hyaluronsäurepräparaten sind Kenntnisse des SMAS unerlässlich.

Literatur
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  1. Jonathan Kantor (2018) Dermatologic Surgery. McGraw-Hill Education / Medical.
  2. June K. Robinson MD et al. (2014) Surgery of the Skin: Procedural Dermatology. Saunders.
  3. Casabona, Gabriela et al. (2019) Influence of Age, Sex, and Body Mass Index on the Depth of the Superficial Fascia in the Face and Neck. Dermatol Surg 45: 1365-1373
  4. D'Arpa S et al. (2011) The face lift SMAS plication flap for reconstruction of large temporofrontal defects: reconstructive surgery meets cosmetic surgery. Plast Reconstr Surg 127:2068-2075.
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