Becherprimel

Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Zuletzt aktualisiert am: 24.10.2017

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Synonym(e)

Primel; Primrose; Primulaceae; Primula obconica

Definition

Heute weit verbreitete Zierpflanze, die ursprünglich aus China stammt. Sie wurde im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht und nahm von dort eine weltweite Verbreitung. Geringe medizinische Anwendung im Gegensatz zu anderen Primelarten (z.B. Primula elatior, Primlua veris - s. u. echte Schlüsselblume, die auch als Apothekerprimel bezeichnet wird ).

Unerwünschte Wirkungen

Sensibilisierungen löst das Chinon Primin (2-Methyl-6-pentyl-1,4-benzochinon) aus. Sensibilisierungspotenz: Sehr stark. Sensibilisierungshäufigkeit: Gelegentlich.

Die arzneilich verwendeten Primelarten (Primula veris, Primula elatior auch Priula officinalis genannt) enthalten fast kein Primin.

Klinisches Bild

Die Literatur berichtet über zahlreiche Fälle von irritativen und allergischen Reaktionen nach Kontakt zur Becherprimel. Die häufigsten allergischen Kontaktekzeme werden heute im Zusammenhang mit häuslicher oder Hobby-Gärtnertätigkeit beobachtet. Berufsbedingte Primelallergien bei Gärtnern oder Floristen sind selten. Kreuzreaktivität kann vorkommen bei Kontakt zu anderen Pflanzen und Holzarten, die Chinone mit verwandter Struktur enthalten, wie z.B. exotische Holzarten ( Dalbergia-Arten, Palisander) wie Teak oder Palisander. Verwandte chinoide Inhaltsstoffe kommen auch in anderen Primelarten, Orchideen-Arten u.a. wie auch Meerestieren (z.B. in Naturschwämmen) vor.

Hinweis(e)

Primin scheint eine antineoplastische Wirkung gegenüber dem Basalzellkarzinom zu haben. Aufgrund der hohen Sensibilisierungspotenz kam es nicht zur therapeutischen Anwendung. Zudem scheint Primin auch antibiotische und antimikrobielle sowie molluskizide Wirkungen zu haben.
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