Fezolinetant

Zuletzt aktualisiert am: 21.01.2026

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Keywords

Body Temperature; drug effects; Hot Flashes; drug therapy; Menopause; Receptors, Neurokinin-3 / antagonists & inhibitors; Skin Temperature;

Definition

Fezolinetant ist ein oral einzunehmender, nicht-hormoneller Neurokinin-3 (NK3)-Rezeptorantagonist zur Behandlung von mittelschweren bis schweren vasomotorischen Symptomen (VMS).  Fezolinetant ist in den USA, Europa und Australien in einer Dosierung von 45 mg einmal täglich zugelassen.

Pharmakodynamik (Wirkung)

Fezolinetant ist ein nicht-hormoneller, oral verabreichbarer selektiver Antagonist der Neurokinin-3 (NK3)-Rezeptoren (selektiver Neurokinin-3 (NK3)-Rezeptorantagonist), der spezifisch auf die thermoregulatorischen Zentren im Hypothalamus wirkt. Es wird zur Behandlung der vasomotorischen Symptome wie Hitzewallungen eingesetzt, die die mit der Menopause assoziiert sind.

Wirkungsspektrum

Fezolinetant ist ein nicht-hormoneller selektiver Neurokinin 3(NK3)-Rezeptor-Antagonist, der die Bindung von Neurokinin B (NKB) am Kisspeptin/Neurokinin B/Dynorphin(KNDy)-Neuron blockiert. Da NKB eine zentrale Rolle in der Regulierung der Körpertemperatur spielt, führt die Blockade der NK3-Rezeptoren durch Fezolinetant zur Minderung der vasomotorischen Symptome, wie Hitzewallungen, die häufig in der Menopause auftreten (Johnson KA et al. 2023).

Die Körpertemperatur wird durch Kisspeptin/Neurokinin-B/Dynorphin (KNDy)-Neuronen im Hypothalamus reguliert, die durch Neurokinin B über NK3-Rezeptoren stimuliert und durch Östrogen gehemmt werden. Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren führt zu einer ungehinderten NKB-Signalübertragung. Dies resultiert in einer Hypertrophie der KNDy-Neuronen, einer verstärkten Signalübertragung dieser Neuronen zum Nucleus preopticus medianus (dem Thermoregulationszentrum des Hypothalamus) und der Aktivierung von Mechanismen der Wärmeableitung ( z. B. Hautvasodilatation, Schwitzen), was wiederum vasomotorische Symptome (VMS) zur Folge hat. Durch die Blockierung von NK3-Rezeptoren moduliert Fezolinetant die NKB-Signalübertragung, hemmt die Aktivität der KNDy-Neuronen und der Neuronen im Nucleus preopticus medianus und reduziert Häufigkeit und Schweregrad der mit den Wechseljahren verbundenen mittelschweren bis schweren VMS (Ruan X et al. 2024).

Dosierung und Art der Anwendung

Die empfohlene Dosis beträgt 45 mg Fezolinetant einmal täglich. Der Nutzen einer Langzeitbehandlung muss regelmäßig geprüft werden, da die Dauer der VMS individuell unterschiedlich sein kann.

Fezolinetant sollte täglich um etwa dieselbe Zeit mit oder ohne Nahrung und mit Flüssigkeit oral eingenommen werden. Die Tabletten werden im Ganzen angewendet.

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Fezolinetant in klinischen Studien waren Diarrhö (3,2%) und Schlaflosigkeit (3,0%).

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Fezolinetant mit Arzneimitteln, die moderate oder starke CYP1A2-Inhibitoren sind, erhöht die Cmax im Plasma sowie die AUC von Fezolinetant und ist daher kontraindiziert.

Kontraindikation

+Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, gleichzeitige Anwendung moderater oder starker CYP1A2-Inhibitoren, und bei bekannter oder vermuteter Schwangerschaft.

Präparate

Veoza®

Hinweis(e)

Alternative Therapien bei VMS :

  • Hormonersatztherapie (HRT): HRT ist eine der effektivsten Behandlungen für VMS und beinhaltet die Verwendung von Östrogen allein oder in Kombination mit Progesteron. Sie ist jedoch nicht für alle Frauen geeignet, insbesondere für diejenigen mit bestimmten Gesundheitsrisiken.
  • Selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs): SERMs wie Raloxifen können einige menopausale Symptome lindern, indem sie an Östrogenrezeptoren im Körper binden, ohne die mit der Hormonersatztherapie verbundenen Risiken.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva, insbesondere solche aus der Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), können zur Linderung von Hitzewallungen eingesetzt werden.
  • Gabapentin und Pregabalin: Diese Medikamente, die hauptsächlich zur Behandlung von Nervenschmerzen und Epilepsie eingesetzt werden, haben sich ebenfalls als wirksam in der Reduktion von Hitzewallungen erwiesen.
  • Pflanzliche Präparate und alternative Therapien: Einige Frauen wählen pflanzliche Produkte wie Phytoöstrogene (z.B. Soja, Rotklee) oder andere natürliche Supplemente. Die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Mittel können jedoch deutlich variieren.

Literatur

  1. Johnson KA et al. (2023) Efficacy and Safety of Fezolinetant in Moderate to Severe Vasomotor Symptoms Associated With Menopause: A Phase 3 RCT. J Clin Endocrinol Metab 108:1981-1997.
  2. Kagan R et al. (2025) Safety of Fezolinetant for Treatment of Moderate to Severe Vasomotor Symptoms Due to Menopause: Pooled Analysis of Three Randomized Phase 3 Studies. Adv Ther 42:1147-1164.
  3. Lederman S et al. (2023) Fezolinetant for treatment of moderate-to-severe vasomotor symptoms associated with menopause (SKYLIGHT 1): a phase 3 randomised controlled study. Lancet 401: 1091-1102.
  4. Ruan X et al. (2024) Efficacy and safety of fezolinetant for moderate to severe vasomotor symptoms associated with menopause among women in East Asia: a phase 3 randomized study (MOONLIGHT I). J Int Med Res 52:3000605241247684.
  5. Schaudig K et al. (2024) Efficacy and safety of fezolinetant for moderate-severe vasomotor symptoms associated with menopause in individuals unsuitable for hormone therapy: phase 3b randomised controlled trial. BMJ 387:e079525.

Zuletzt aktualisiert am: 21.01.2026