Thujon

Autoren:Prof. Dr. med. Peter Altmeyer, Prof. Dr. med. Martina Bacharach-Buhles

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Zuletzt aktualisiert am: 31.03.2018

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Synonym(e)

Absinthol; CAS-Nummer : 546-80-5; Salvon; Tanaceton

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Definition

Thujone bilden eine schwach gelbliche, klare Flüssigkeit. Sie bilden eine Gruppe bicyclischer Monoterpene (Monoterpen-Ketone) mit mentholartigem Geruch. Die Summenformel lautet: C10H16O.

Thujone sind u.a. in Thuja occidentalis, Thymian, Wermut, Rainfarn, Rosmarin, Wasserminze, Beifuß, Poleiminze und im Echten Salbei enthalten. Diese Pflanzen werden als Gewürze für Getränke und Speisen genutzt (s.a. unten).

In Artemisia absinthium (Wermutp) werden alpha- und beta-Thujone nachgewiesen. Thujaöl enthält etwa 50-60% alpha- und beta-Thujon, Rainfarnöl etwa 60% beta-Thujon.

Wirkungen

Thujone sind Giftstoffe (Giftklasse 3 der Schweizer Giftliste). Sie wirken neurotoxisch (Pelkonen O et al. 2013) und inhibieren den Rezeptor für gamma-aminobutyric acid A (GABA). In höherer Dosierung verursachen sie Verwirrtheit und Konvulsionen (Roth L et al. 1994). Auch andere Symptome, wie z. B. Schwindel, Halluzinationen und Wahnvorstellungen können beobachtet werden.

Medizin: Thujon-haltige Externa wirken antimykotisch (fungizide Effekte auf Dermatophyten), nachgewiesen durch alpha-und beta-Thujon-haltige Extrakte von Artemisia sieberi (Mahboubi M et al. 2015) 

Kosmetik: Im kosmetischen Bereich wird Thujon als Duftstoff verwendet.

Hinweis(e)

Im Jahre 1791 verbesserte Herr Pernod das Rezept von Absinth (primär reiner Alkohol): Reinem Alkohol wurden Kräuter wie Wermut, Beifuß, Eberraute, pontischer Wermut und Diptam zugefügt. Hinzu kam noch geschmacksbestimmend Anis und Fenchel.

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