RIPK1 steht für „Receptor-interacting serine/threonine-protein kinase 1“. RiPK1 ist eine Serin/Threonin-Proteinkinase und ein zentrales Signalprotein bei Entzündungsreaktionen und reguliertem Zelltod.
RIPK1
Definition
Allgemeine Information
RIPK1 besitzt zwei funktionell unterschiedliche Rollen: Als Gerüstprotein unterstützt RIPK1 unter anderem Überlebenssignale des TNF-Rezeptors; bei Aktivierung ihrer Kinasefunktion kann sie zur Einleitung der Apoptose oder, über RIPK3 und MLKL, der Nekroptose beitragen. Im zytoplasmatischen Ripoptosom wirkt RIPK1 mit FADD und Caspase-8 zusammen.
Genetik und klinische Bedeutung: Das gleichnamige, auf Chromosom 6 gelegene RIPK1-Gen kodiert das glekichnamige Protein RIPK1. Biallelische Funktionsverlustvarianten können einen RIPK1-Mangel mit Immundefizienz und entzündlichen Erkrankungen verursachen. Bestimmte heterozygote Varianten verhindern dagegen die Spaltung von RIPK1 durch Caspase-8 und führen zum autoinflammatorischen CRIA-Syndrom, das unter anderem durch wiederkehrendes Fieber und Lymphadenopathie gekennzeichnet ist.
Hinweis(e)
RIPK1 ist als zentraler Mediator des Zelltods und von Entzündungsprozessen Ziel für die Entwicklung hochselektiver niedermolekularer Inhibitoren. Es zeichnen sich potenzielle Anwendungsmöglichkeiten von RIPK1-Inhibitoren für die Behandlung monogener und polygener autoimmuner, entzündlicher, neurodegenerativer, ischämischer und akuter Erkrankungen, wie beispielsweise der Sepsis, ab (Mifflin L et al. 2020).
Literatur
- Chen Z et al. (2025) RIPK1 senses S-adenosylmethionine scarcity to drive cell death and inflammation. Cell Metab 37:1732-1749.e9.
- Dannappel M et al. (2014) RIPK1 maintains epithelial homeostasis by inhibiting apoptosis and necroptosis. Nature 513(7516):90-94.
- Mifflin L et al. (2020) Receptor-interacting protein kinase 1 (RIPK1) as a therapeutic target. Nat Rev Drug Discov 19:553-571.