Von einer Magistralrezeptur wird dann gesprochen, wenn die Rezeptur auf der Grundlage standardisierter und geprüfter (Rezeptur-) Vorschriften hergestellt wird, in einschlägigen Veröffentlichungen zu finden ist und bereits auf Plausibilität überprüft wurde. Diese Voraussetzungen sind insbesondere dann gegeben, wenn auf Sammlungen von entsprechenden Empfehlungen, zurückgegriffen wird. Eine Magistralrezeptur ist eine Einzelanfertigung, die auf der Grundlage einer ärztlichen Verschreibung in der Apotheke hergestellt wird. Sie ist ausschließlich für den namentlich genannten Patienten bestimmt (Staubach P 2021).
Magistralrezeptur
Definition
Allgemeine Information
Besondere Bedeutung im Zusammenhang mit der Standardisierung von Rezepturgrundlagen und Rezepturen kommt in Deutschland dem geltenden Arzneibuch zu, unter Umständen auch früheren Ausgaben einschließlich dem (ehemaligen) Arzneibuch der DDR sowie dem DAC und dem "Neues Rezeptur-Formularium" (NRF) mit über 200 Magistralrezepturen in der Dermatologie.
Gründe zur Verordnung einer Rezeptur sind gegeben:
- Flexible Wirkstoffkonzentrationen werden benötigt, z.B. in der Kinder- der der Altersdermatologie
- Größere Mengen werden benötigt (Wirtschaftlichkeit) z.B. Basistherapie
- Individuelle Wikrstoffkombinationen werden benötigt
- Unverträglichkeiten gegen bestimmte Grundlagen liegen vor
- Verbesserung der Adhärenz, z.B. bei chronischen Erkrankungen
Beispiele sind:
- Salicylsäure 5 % in Vaseline zur Behandlung einer Hyperkeratose
- Tacrolimus 0,03 % in einer individuellen Cremegrundlage
- Clobetasolpropionat 0,025 % in einer speziell ausgewählten Grundlage
- Individuelle Minoxidil-Lösungen mit unterschiedlichen Konzentrationen
Hinweis(e)
Die Magistralrezeptur hat insbesondere in der Dermatologie einen hohen Stellenwert. Viele Hauterkrankungen erfordern individuell angepasste Wirkstoffkonzentrationen oder spezielle Grundlagen, die als Fertigarzneimittel nicht verfügbar sind. Sie ermöglicht damit eine personalisierte, zielgerichtete topische Therapie und bleibt ein wichtiger Bestandteil der dermatologischen Versorgung. S.a. Rezeptur dermatologische.
Nachteile:
- Kürzere Haltbarkeit als Fertigarzneimittel
- Höherer Herstellungsaufwand
- Qualitätskontrolle liegt in der Verantwortung der herstellenden Apotheke
- Häufig höhere Kosten
Literatur
- Staubach P (2021) Kinderdermatologie – was ist beim Rezeptieren zu beachten? Hautarzt 72: 194-198