Dr. Stephen De Felice (1989)
Nutrazeutika
Erstbeschreiber/Historie
Definition
Wortschöpfung aus (Nutrition und Pharmaceutical). Als Nutrazeutika werden nährstoffhaltige Bestandteile, Lebensmittelprodukte mit wissenschaftlich nachgewiesener physiologischer Wirkung auf die Gesundheit und Krankheiten gewertet. Sie werden aus Lebensmitteln und nicht aus Heilpflanzen (Phytopharmaka) zubereitet, auch werden sie nicht mit Zusätzen angereichert. Nutrazeutika werden im Gegensatz zu Phytopharmaka und Lebensmittelzusatzstoffen im Haushalt, der Küche, selbst hergestellt und zubereitet. Neben Kräutern (Anis, Kamille, Fenchel), Gewürzen und Gemüse zählen z.B. auch Mikroalgen zu Nutrazeutika.k.j
Nutrazeutika werden zur Prophylaxe von Erkrankungen, auch zur Therapie und zur Reduktion von Nebenwirkungen, bspw von Chemotherapie und Strahlentherapie eingesetzt.
Zur Unterscheidung zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Nutrazeutika: Nahrungsergänzungsmittel gleichen den Mangel an Mikro- oder Makronährstoffen aus, Nutrazeutika dienen durch fundierte Belege zur Prophylaxe ggf. auch zur Behandlung von Erkrankungen, in Studien belegt z.B. bei chronischer Osteoarthritis (Coletti A et al 2021). Phytopharmaka dagegen sind geprüfte Arzneimittel, s. dort.
Desweiteren zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Hypertonie, durchaus als Ergänzung zur Standardmedikation, sowie zur Reduktion von Nebenwirkungen bei Bestrahlung oder Chemotherapie.
Hinweis(e)
Nutrazeutika werden gesundheitsfördernd eingesetzt zur Stärkung des Immunsystems resp. Immunmodulation, aufgrund ihrer antiphlogistischen und antioxidativen Wirkung, sowie die Schleimhaut schüzende resp. digestive Effekte.
Literatur
- Buchart K (2022) Nutrazeutika - Pflanzliche Lebensmittel mit Wirkung. Indikation – Zubereiten – Anwenden. Springer Berlin, Heidelberg. s 3-16. https://doi.org/10.1007/978-3-662-64744-8
- Colletti A et al. (2021) Nutraceutical Approach to Chronic Osteoarthritis: From Molecular Research to Clinical Evidence. Int J Mol Sci. 29;22(23):12920. doi: 10.3390/ijms222312920. PMID: 34884724; PMCID: PMC8658017.