Vortestwahrscheinlichkeit

Autor:Dr. med. Christina I. Hirth

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Zuletzt aktualisiert am: 19.08.2026

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Synonym(e)

Pre-Test Probability; PTP

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Definition

Ist definiert als geschätzte Wahrscheinlichkeit mit der eine bestimmte Erkrankung bei einer Person vorliegen könnte. Die Vortestwahrscheinlichkeit soll die Entscheidung für Indikation diagnotischer Methoden oder einer Therapie genauer/evidenzbasierter machen und den gesamten diagnostischen Weg begleiten und vereinfachen.

Sie wird ganz allgemein ermittelt bzw eingeschätzt anhand:

Epidemiologischer Daten (Prevalenz der Erkrankung u.a.) epidemiologische Daten wie Prävalenz auftreten in best. Gruppen wie Alter, Geschlecht etc bilden nur eine sehr allgemeine Grundlage. In die Vortestwahrscheinlichkeit gehen die jeweiligen tatsächlichen Daten individuell für eine bestimmte Person ein.

Symptome,  Klinische Untersuchung, (basierend auf klinischem Urteilsvermögen des Arztes im individuellen Fall)

Klinisch relevanter Risikofaktoren: anhand spezifischer, auf bestimmte Erkrankungen zugeschnittene, evidenzbasierte Risikofaktoren-Scores (bspw. SCORE2/SCORE2-OP für kardiovaskuläres Risiko).

Die Vortestwahrscheinlichkeit wird in Form eines numerischen Wertes auf dieser Basis aus den versch. Faktoren errechnet um zu entscheiden mit welcher Wahrscheinlichkeit ein diagnostisches Verfahren beim Assessment und bei klinischen Entscheidungen wie z.B. weitere Diagnostik, oder für Therapieentscheidungen bei einer bestimmten Erkrankung wie z.B bei Verdacht of Koronarsydrom angezeigt ist.

Es soll ermöglicht werden im Vorfeld die Wahl diagnostischer Maßnahmen

  • an das jeweilige individuelle Risikoprofil eines Patienten anzupassen,
  • vorhandene diagnostische Möglichkeiten so effizient und genau wie möglich auszuwählen und einzusetzen und damit
  • die Genauigkeit der Diagnose zu erhöhen und unnötige, invasive diagnostische Maßnahmen zu vermeiden. 

 

Allgemeine Information

Die Vortestwahrscheinlichkeit ist entscheidend in der Diagnostik bei Verdacht auf Chronisches Koronarsyndrom (CCD).

ESC Leitlinien empfehlen die Anwendung der Vortestwahrscheinlichkeit für die Beurteilung, ob Koronarplaque und Koronarstenosen vorliegen könnten und für die Entscheidung zu invasiver Diagnostik. Hierfür werden folgende Faktoren berücksichtigt: Alter, Geschlecht sowie Symptomcharakteristik.

Daneben wird die nichtinvasive Messung des Coronar Arterien Calcium (CAC) Scores bzw. die nichtinvasive coronar CT Angiographie empfohlen, um in individuellen Fällen bei asymptomatischen Personen bei Vorliegen von Risikofaktoren die Risikostratifizierung zu verbessern.

Anhand von klinischen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Symptomen und Risikofaktoren wird die Vortestwahrschejnlichkeit errechnet.

Nach ESC Leitlinien werden 3 Kategorien unterschieden:

gering: ≤5%

intermediär: ≥5-≤15%

hoch: ≥15%

weitere diagnostische Abklärung wird bei Patienten mit intermediärem und hohem Risiko empfohlen insb. wenn vom Vorliegen bzw Nachweis von CAD in der Bildgebung (Nachweis von Plaque oder Stenosen) weiteres Behandlungsmanagement oder Therapientscheidungen abhängen.

Hinweis: bei cCT Angio wird die Kostenübernahme der GKV vom Vorliegen einer ≥15% d.h. einer hohen Vortestwahrscheinlichkeit abhängig gemacht.

Bei einer Vortestwahrscheinlichkeit von ≥85% besteht die Indikation zur invasiven Diagnostik d.h. Koronarangiographie.

 

 

 

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Zuletzt aktualisiert am: 19.08.2026