OdynophagieR13.9
Synonym(e)
Definition
Odynophagie bezeichnet Schmerzen beim Schlucken von fester Nahrung oder Flüssigkeiten. Die Schmerzen können im Mund-Rachen-Raum oder hinter dem Brustbein empfunden werden.
Ätiopathogenese
Häufige Ursachen sind entzündliche oder infektiöse Erkrankungen von Pharynx und Ösophagus, etwa eine Candida-, Herpes- oder CMV-Ösophagitis, außerdem Refluxösophagitis, Schleimhautverletzungen oder Geschwülste des Ösophagus.
Abzugrenzen ist die Dysphagie:Unter Dysphagie versteht man die Beeinträchtigung oder die Schwierigkeiten beim ordnungsgemäßen Verschlucken eines feuchten oder trockenen Bolus, die in der Regel mit einer gestörten Bolustransportfunktion einhergeht. Eine Dysphagie kann mit Schmerzen in der Brust einhergehen, die meist durch ein Festsitzen des Nahrungsbolus in der Speiseröhre verursacht werden (Stoschus B et al. 1993).
Odynophagie und Dysphagie können gemeinsam auftreten.
Klinik
Typische Begleitsymptome: Ein brennendes oder stechendes Gefühl beim Schlucken Ausstrahlung der Schmerzen hinter das Brustbein oder in den Rücken Sodbrennen oder saures Aufstoßen -verstärkter Speichelfluss.
Odynophagie und Dysphagie bei AIDS sind häufige Symptome behandelbarer Erkrankungen der Speiseröhre bei Patienten mit AIDS. Die Ösophagus-Candidiasis ist die häufigste Ursache für diese Symptome. Bei Patienten mit AIDS oder einem AIDS-assoziierten Komplex deutet eine Soorinfektion in Verbindung mit Odynophagie oder Dysphagie auf das Vorliegen einer Ösophagus-Candidiasis hin.
Zu den weiteren Ursachen für Schluckstörungen bei AIDS zählen opportunistische Infektionen der Speiseröhre durch das Herpes-simplex-Virus, das Cytomegalievirus oder, seltener, eine Kryptosporidiose.
In seltenen Fällen können das Kaposi-Sarkom oder ein Lymphom den hinteren Rachenraum bzw. die Speiseröhre befallen (Raufman JP 1988).
Therapie allgemein
Die Therapie richtet sich immer nach der genauen Ursache: Medikamente: Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, Pilzmittel oder Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer) bei Reflux. Schonung: Weiche, lauwarme und nicht scharfe Speisen.
Literatur
- Raufman JP (1988). Odynophagia/dysphagia in AIDS. Gastroenterol Clin North Am17:599-614.
-
Stoschus B et al. (1993) Drug-induced dysphagia. Dysphagia 8:154-159.