Lymphozytäre ÖsophagitisK20

Zuletzt aktualisiert am: 21.03.2026

Synonym(e)

Ösophagitis lymphozytäre

Kostenlose Fachkreis-Registrierung erforderlich

Bitte melden Sie sich an, um auf alle Artikel, Bilder und Funktionen zuzugreifen.

Unsere Inhalte sind ausschließlich Angehörigen medizinischer Fachkreise zugänglich. Falls Sie bereits registriert sind, melden Sie sich bitte an. Andernfalls können Sie sich jetzt kostenlos registrieren.


Kostenlose Fachkreis-Registrierung erforderlich

Bitte vervollständigen Sie Ihre Pflichtangaben:

E-Mail Adresse bestätigen
oder
Fachkreisangehörigkeit nachweisen.

Jetzt abschließen

Erstbeschreiber/Historie

Die lymphozytäre Ösophagitis (LE) wurde erstmals 2006 von Rubio et al. beschrieben, Seit ihrer Erstbeschreibung kann sie als Differenzialdiagnose bei Patienten mit Ösophagitis in Betracht gezogen, deren Symptome nicht den typischen Merkmalen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) oder einer eosinophilen Ösophagitis (EoE).

 

Definition

Die lymphozytäre Ösophagitis (LE) ist ein seltener Subtyp der chronischen Ösophagitis, dessen Ätiologie unbekannt ist. Es ist unklar, ob es sich bei der LE um eine eigenständige primäre entzündliche Ösophaguserkrankung handelt oder lediglich um einen Marker für einen zugrunde liegenden immunvermittelten Prozess im Ösophagus oder im gesamten Organismus. Aufgrund der vorherrschenden klinischen Merkmale wie persistierender Dysphagie, dem endoskopisch nachgewiesenen Verdacht auf Ösophagusstrikturen und dem histopathologischen Befund einer Lymphozytose ist die LE jedoch wahrscheinlich eine chronische Entzündungserkrankung des Ösophagus (Aleem A et al. 2026). Klinisch ist sie durch eine anhaltende Entzündung der Speiseröhre gekennzeichnet, bei der eine hohe Anzahl intraepithelialer Lymphozyten bei geringer Granulozytenzahl vorliegt (Jradi A et al. 2025).

Vorkommen/Epidemiologie

Die Inzidenz von LE wurde basierend auf den Ergebnissen einer großen Pilotstudie in den USA mit über 40.000 Patienten mit 0,1 % aller Ösophagusbiopsien angegeben. Weltweite demografische Daten zur Inzidenz von LE sind begrenzt (Aleem A et al. 2026).

Ätiopathogenese

Die lymphozytäre Ösophagitis (LE) ist eine neue klinische Entität, die in den letzten zehn Jahren zunehmend diagnostiziert wurde. Sie kann durch verschiedene Ursachen wie Reflux, eosinophile Ösophagitis, Infektionen, medikamenteninduzierte und selten lymphozytäre Ösophagitis (LE) hervorgerufen werden. Frühere Studien deuteten auf Zusammenhänge mit Rauchen und pädiatrischem Morbus Crohn hin (Aleem A et al. 2026).

Manifestation

w>>m; > 60 Jahre alt, Allergien, Raucheranamnese, Autoimmunerkrankung und Einnahme bestimmter Medikamente.

 

Klinik

Die häufigsten Symptome zum Zeitpunkt der Erstvorstellung sind Dysphagie, Brust-/Bauchschmerzen und Sodbrennen. Die Mehrheit der Patienten berichtete über eine Besserung ihrer anfänglichen gastrointestinalen Symptome nach der Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer. Meist ähnelt ihr klinisches Erscheinungsbild dem einer gastroösophagealen Refluxkrankheit oder einer eosinophilen Ösophagitis, was die Bedeutung einer Biopsie für die Diagnose der LE unterstreicht.

Histologie

Zur Differenzierung ist die LE durch das Vorhandensein einer erhöhten Anzahl intraepithelialer Lymphozyten (IELs) in der Plattenepithelschleimhaut der Speiseröhre in der Biopsie charakterisiert. Es besteht jedoch kein Konsens über die Mindestanzahl intraepithelialer Lymphozyten, die für die Diagnose einer lymphozytären Ösophagitis (LE) erforderlich ist. Zu den drei histologischen Befunden, die allgemein als charakteristisch für LE gelten, gehören die peripapilläre Lymphozytose, eine ausgeprägte Spongiose oder ein interzelluläres Ödem sowie das Fehlen oder die minimale Präsenz intraepithelialer Granulozyten wie Neutrophiler oder Eosinophiler in Abwesenheit einer erkennbaren infektiösen Ätiologie (Aleem A et al. 2026).

Therapie

Bezüglich der Behandlung der LE existiert im Vergleich zur Behandlung der EoE kein eindeutiges Behandlungsprotokoll. Da die Symptome jedoch ähnlich sind, kann die LE auf ähnliche Weise behandelt werden. Daher konzentriert sich der Therapieplan auf die symptomatische Behandlung. Protonenpumpenhemmer (PPI) haben sich dabei als hilfreich erwiesen, unabhängig davon, ob eine refluxbedingte Lymphozytose vorliegt. Die Einnahme erfolgt zweimal täglich über 12 Wochen. Nach Abschluss der Behandlung sollte anhand der Symptome und endoskopischen Befunde eine Beurteilung erfolgen, um das weitere Vorgehen festzulegen.

Verlauf/Prognose

Die lymphozytäre Ösophagitis scheint einen gutartigen Krankheitsverlauf zu haben, wobei die meisten Patienten über eine Besserung der Symptome und Zufriedenheit mit ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität berichten. Hauterkrankungen sind im Zusammenhang mit dieser Erkrankung bisher nicht beschrieben.

Hinweis(e)

Die klinischen Manifestationen der LE überschneiden sich mit denen verschiedener ösophagealer Ursachen wie Dysphagie, Bolusobstruktion und Sodbrennen, was die klinische Differenzierung erschwert und die Biopsie zum einzigen Goldstandard der Diagnosestellung macht.

Fallbericht(e)

Kasusitik (Jradi A et al. 2025): Eine 47-jährige Patientin suchte ärztliche Hilfe auf, wobei ihr Hauptbeschwerde wiederkehrende substernale Brustschmerzen im vergangenen Jahr waren. Es wurde eine Ösophagogastroduodenoskopie durchgeführt, die fleckige lineare Ösophaguserosionen und ein Schleimhautödem im mittleren Drittel der Speiseröhre mit leichtem Erythem zeigte. Biopsien ergaben eine intraepitheliale Lymphozytose mit mehr als 40 Lymphozyten pro Blickfeld, was die Diagnose einer LE bestätigte. Die Patientin berichtete bei ihrer ersten Nachuntersuchung über eine Besserung nach Einnahme einer hohen Dosis eines Protonenpumpenhemmers (PPI); ihr wurde eine säurearme Diät sowie eine jährliche Endoskopie empfohlen, um ihr Ansprechen auf die Behandlung zu überwachen.

Literatur

  1. Aleem A et al. (2026) Lymphocytic Esophagitis. 2023 Oct 12. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2026 Jan–. PMID: 37983347.
  2. Cohen S et al. (2012) Lymphocytic esophagitis: a diagnosis of increasing frequency. J Clin Gastroenterol 46:828-832.
  3. Jradi A et al. (2025) Lymphocytic Esophagitis: Navigating an Uncharted Territory. J Investig Med High Impact Case Rep 13:23247096251313734.
  4. Haque S, Genta RM (2o12) Lymphozytäre Ösophagitis: Klinikopathologische Aspekte einer neuartigen Erkrankung. Gut 61:1108-1114
  5. Rochman M et akl. (2025) The oesophagus as an immune organ. Nat Rev Gastroenterol Hepatol 22:657-667.

Zuletzt aktualisiert am: 21.03.2026