Lebenserwartung

Autor:Dr. med. S. Leah Schröder-Bergmann

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Zuletzt aktualisiert am: 29.06.2026

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Definition

Die Lebenserwartung kennzeichnet eine statistisch prognostizierte durchschnittliche Lebensdauer, die ein Mensch ab einem bestimmten Lebensalter (meistens ab der Geburt) zu leben hat.

Mit der wahrscheinlichen Lebenserwartung wird das Alter angezeigt, in dem 50 Prozent bereits verstorben sind (Müller 2018).

Allgemeine Information

Die durchschnittliche Lebenserwartung wird in der wissenschaftlichen Diskussion als bedeutsamer Faktor für den Gesundheitszustand der Bevölkerung gesehen (Unger 2002). Ihre Trends beeinflussen die Gesundheitspolitik. Dabei wird aber oft übersehen, die durchschnittliche Lebenserwartung von mindestens drei Effekten beeinflusst werden kann:

  • Kohorteneffekte
  • Tempoeffekten
  • Heterogenitätsinfekte (Luy 2020).

In Deutschland ist die Lebenserwartung seit Ende des Zweiten Weltkrieges kontinuierlich gestiegen (Haan 2021). So liegt die durchschnittliche Lebenserwartung derzeit bei Männern bei 78,6 Jahren und die der Frauen bei 83,4 Jahren. Sie wird in der EU bis zum Jahre 2050 voraussichtlich um 6 Jahre für Männer und um 5 Jahre für Frauen steigen (Herold 2025).

Die Lebenserwartung in weniger entwickelten Ländern liegt deutlich darunter, was durch die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit beeinflusst wird. Im höheren Lebensalter verringert sich der Abstand zwischen reichen und armen Ländern (Kasper 2015).

In den USA stagniert seit 2010 der Anstieg der Lebenserwartung. Bislang wurde das durch die Opioid-Krise erklärt. In einer Studie hat sich jedoch gezeigt, dass die Stagnation in erster Linie mit einer höheren Sterblichkeit von Herz- Kreislauerkrankungen zusammenhängt (Mikko 2020).

Die Frau mit der längsten dokumentierten Lebenszeit von 122 Jahren lebte in Arles (Herold 2ß25).

Literatur

  1. Hahn P, Schaller M (2021) Heterogene Lebenserwartung. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung. DIW Berlin: Politikberatung kompakt No. 171
  2. Herold G et al. (2025) Innere Medizin. Herold Verlag 947, 951
  3. Kasper D L, Fauci A S, Hauser S L, Longo D L, Jameson J L, Loscalzo J et al. (2015) Harrison‘s Principles of Internal Medicine. Mc Graw Hill Education  93e1 – 93e4
  4. Luy M, Di Giulio P, Di Lego V, Lazarevic P, Sauerberg M (2020) Life Expectancy: Frequently Used, but Hardly Understood. Gerontology 66 (1) 95 - 104
  5. Mikko M (2020) Lebenserwartung: Warum stehen die USA so schlecht da? Max Planck Institut für demografische Forschung, Rostock. https://www.mpg.de/16126485/demogr_jb_20201
  6. Müller B (2018) Mythos Lebenserwartung: Warum das für die Zukunft erwartete Methusalem-Szenario eine Illusion ist. Book on Demand Norderstedt 43
  7. Unger R (2002) Soziale Differenzierung der aktiven Lebenserwartung im internationalen Vergleich. Eine Längsschnittuntersuchung mit den Daten des Sozio-ökonomischen Panel. Dissertation Universität Heidelberg. Deutscher Universitätsverlag 3,

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