Laparoskopie

Autor:Dr. med. S. Leah Schröder-Bergmann

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Zuletzt aktualisiert am: 06.05.2026

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Synonym(e)

Bauchspiegelung; MIC; minimal invasive Chirurgie; Schlüsselloch-Chirurgie

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Erstbeschreiber/Historie

Erste endoskopische Untersuchungen des Rektums sind bereits von Hippokrates (460 – 375 v. u. Z.) beschrieben worden (Carus 2024).

Die erste endoskopische Lichtquelle wurde vom Venizianer Giulio Cesare Aranzi (1530-1589) entwickelt, dessen prismatischer Lichtstrahl zur Inspektion der Nase verwendet wurde. Der deutsche Arzt Philipp Bozzini (1773 – 1809) beschrieb 1804 ein Gerät, mit dem man Vagina, Rektum und den Mund-Rachen-Raum inspizieren konnte (Kirschniak 2017).

Als die Geburtsstunde der Laparoskopie gilt für viele das Jahr 1991, in dem der deutsche Chirurg und Gastroenterologe Georg Kelling auf einem Kongress die von ihm benannte „Coelioskopie“ an einem Hund demonstrierte (Kirschniak 2017).

Den Begriff „Laparothorakoskopie“ führte der schwedische Internist Hans Christian Jacobaeus (1879 – 1937) ein.

In den 1960er bis 1980er Jahren fand die Überleitung der diagnostischen in die chirurgische Laparoskopie statt (Alkatout 2022).

Anfang der 1990er Jahre erfolgte erstmals eine laparoskopische Magenresektion, 1996 die erste laparoskopische Gastrektomie (Carus 2014).

Heutzutage verfügen die meisten Laparoskopie-Systeme über eine 3D-Technik (Buia 2018).

Definition

Man versteht unter einer Laparoskopie die endoskopische Betrachtung der Bauchhöhle und der darin enthaltenen Organe (Reh 2025).

Durch eine Laparoskopie:

  • ist eine makroskopische Beurteilung innerer Organe möglich
  • können gezielt Biopsien entnommen werden und anschließend histologisch untersucht werden
  • sie ist die Voraussetzung für laparoskopische Operationen (Herold 2025).

Einteilung

Man differenziert bei der Laparoskopie eine explorative und eine therapeutische Form.

- Explorative Laparoskopie:

Sie erfolgt allein aus diagnostischen Zwecken (Reh 2025):

  • sofern durch Erhebung der Anamnese, klinische Untersuchung, Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren keine ausreichende Diagnostikstellung möglich ist
  • zur Differentialdiagnostik
  • zur intraoperativen Ultraschalluntersuchung
  • zum Staging bei Tumorerkrankungen
  • zum Ausschluss pathologischer Befunde
  • bei unklaren gynäkologischen Erkrankungen
  • der Darstellung und Beurteilung von Hernien, insbesondere bei Inkarzerationen
  • zur Entnahme von Probebiopsien bei unklarer Dignität (Carus 2024)

- Therapeutische Laparoskopie:

  • Durch eine therapeutische Laparoskopie sind aktive Behandlungen möglich, die früher durch eine offene Laparotomie erfolgten mussten (Reh 2025).

Allgemeine Information

Vorgehensweise:

  • Zunächst erfolgt in Lokalanästhesie oder allgemeiner Narkose eine kleine Hautinzision (Reh 2025).
  • Über eine Kanüle wird durch Zufuhr von 3 – 5 l CO2 ein Pneumoperitoneum geschaffen. Anschließend erfolgt die Platzierung der Optik und Trokare (Souza-Offtermatt 2004).

 

Indikationen:

Die Indikationen zur Laparoskopie haben sich zunehmend erweitert (Beltzer 2020). Zu den Indikationen einer Laparoskopie zählen:

  • Unklare benigne oder maligne Erkrankungen zur näheren Beurteilung
  • Operative Eingriffe (Carus 2014)

 

Kontraindikationen:

Zu den relativen Kontraindikationen zählen z.B.:

  • bekannter Verwachsungsbauch (Carus 2014)
  • drittes Trimenon einer Schwangerschaft
  • hochgradige Einschränkungen der Herz- und / oder Lungenfunktion
  • 2. – 4. Lebensjahr
  • Notfalloperationen (Carus 2024)

Zu den absoluten Kontraindikationen zählen z.B.:

  • Kinder im ersten Lebensjahr
  • Vollbild eines Dünn- oder Dickdarmileus
  • elektive Operationen bei Gerinnungsstörungen
  • fortgeschrittene Magenkarzinome ≥ Stadium Ib (Carus 2024)

Komplikation(en)

  • Blutungen
  • Entzündungen
  • Hautemphysem
  • Luftembolie
  • Verletzung innerer Organe
  • Das Risiko letaler Komplikationen liegt bei ca. 0,4 % (Herold 2025)

Literatur

  1. Alkatout I, Struck S, Pape J M, Mettler L, Maass N, Freytag D, Mechler U (2022) Geschichte der Laparoskokie: Meeilensteine und Stimmern interviewter Zeitzeugen. Coloproctology (5) doi: https://www.springermedizin.de/endoskopie/laparoskopie/geschichte-der-laparoskopie/23313382
  2. Beltzer C, Bachmann R, Strohäker J, Axt S, Schmidt R, Küper M, Königsrainer A (2020) Wertigkeit der Laparoskopie beim penetrierenden und stumpfen Abdominaltrauma – ein systemisches Review: Wert der Laparoskopie bei stumpfen und penetrierenden Bauchtraumen – eine systematische Übersicht. Der Chirurg (91) 567 - 575
  3. Buia A, Farkas S (2018) 3 D laparoscopy versus 2 D laparoscopy : An up to date evaluation. Chirurg 89 (10) 777 - 784
  4. Carus T (2014) Operationsatlas laparoskopische Chirurgie. Springer Medizin Verlag Berlin / Heidelberg 140 – 141
  5. Carus T (2024) Operationsatlas laparoskopische Chirurgie: Indikationen – Operationsablauf – Varianten – Komplikationen. Springer Verlag Deutschland 8 – 10, 68 – 69, 76
  6. Carus T (2024) Geschichte und Entwicklung der Laparoskopie. In: Operationsatlas Laparoskopische Chirurgie. Springer Verlag Berlin / Heidelberg doi: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-58239-8_1#citeas
  7. Herold G et al. (2025) Innere Medizin. Herold Verlag 515
  8. Kasper D L, Fauci A S, Hauser S L, Longo D L, Jameson J L, Loscalzo J et al. (2015) Harrison‘s Principles of Internal Medicine. Mc Graw Hill Education 877 – 878
  9. Kirschniak A, Ganderath F A (2017) Laparoskopie in der chirurgischen Weiterbildung. Springer Verlag Deustchland 2
  10. Reh F, Antwerpes F, Wedig M P, et al. (2025) Laparoskopie. DocCheck Flexikon. Doi: https://flexikon.doccheck.com/de/Laparoskopie
  11. Souza-Offtermatt G, Staubach K H, Sterk P, Udolph A (2004) Intensivkurs Chirurgie. Elsevier Urban und Fischer Verlag München 44

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