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Lichen planus pigmentosus L43.8
Synonym(e)
Erstbeschreiber/Historie
Pock, 2001
Definition
Seltene, meist in den großen Gelenkbeugen lokalisierte, bräunlich gefärbte, Variante des klassischen Lichen planus, bei der die charakteristische rot-violette Farbe des Lichen planus durch eine braune Färbung (Pigmentinkontinenz) überlagert oder komplett ersetzt wird. agert
Vorkommen/Epidemiologie
Wurde bevorzugt bei Kaukasiern und Asiaten beschrieben. Die Prävalenz dieser Lichen-planus-Variante ist unbekannt.
Manifestation
Betroffen sind Erwachsene im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Bei Kindern ist dieses Krankheitsbild nicht beschrieben worden. w>m=2:1
Lokalisation
Der Lichen planus pigmentosus (inversus) tritt v.a. in den intertriginösen Bereichen auf, so axillär, in den Kniekehlen, submammär, in der Leistenregion sowie an Vulva und Penis.
Klinik
Es finden sich gut abgegrenzte, disseminierte, 0,2-0,5 cm große, nur gering juckende, violett-braune oder homogen braune Flecken. Diese können zu großflächigen, unregelmäßig konfigurierten, Patches konfluieren (s.Abb.). Die Läsionen neigen zur Chronizität mit monatelangem oder jahrelangem Verlauf.
Histologie
Die Histologie dieser Lichen-planus-Variante zeigt die charakteristischen Phänomene des Lichen planus, mit bandförmigen, lichenoiden Infiltrat, meist nur geringerer Orthohyperkeratose (Intertrigines) sowie einer auffällig starken Pigmentinkontinenz.
Differentialdiagnose
Hinweis(e)
Neuerdings (v.a. in der asiatischen Literatur) wird der Lichen planus pigmentosus unter dem Oberbegriff der "erworbene dermale makuläre (fleckige) Hyperpigmentierung (ADMH)" subsumiert, wobei dieser verschiedene, erworbene, klinisch und histologisch sich überschneidende, dermale Pigmentstörungen umfasst. Verschiedene Autoren fassen unter der Bezeichnung ADMH neben dem Lichen planus pigmentosus, das Erythema dyschromicum perstans , die Riehl-Melanose, die pigmentierte Kontaktdermatitis, das Melasma und die exogene Ochronose zusammen (Sarkar R et al. 2023).
Literatur
- Chen S et al. (2015) Lichen planus pigmentosus-inversus: report of three Chinese cases and review of the published work. J Dermatol 42: 77-80
- Ghorbel HH et al. (2014) Lichen planus pigmentosus inversus. Indian J Dermatol Venereol Leprol 80:580
- Murzaku EC et al. (2014) Axillary lichen planus pigmentosus-inversus: dermoscopic clues of a rare entity. Diagnosis: Lichen planus pigmentosus (LPP). J Am Acad Dermatol 71:e119-20
- Pock L et al. (2001) Lichen planus pigmentosus inversus. J Eur Acad Dermatol Venereol 15: 452-454
- Sarkar R et al. (2023) Ein Delphi-Konsens zur Nomenklatur und Diagnose des Lichen planus pigmentosus und verwandter Erkrankungen. Indian J Dermatol Venereol Leprol 89:41-46.
- Schmid C et al. (2018) Schiefergraue Flecken in beiden Achseln. Hautarzt 69: 177-179
- Sindhura KB (2015) Lichen planus pigmentosus: a retrospective clinico-epidemiologic study with emphasis on the rare follicular variant. J Eur Acad Dermatol Venereol doi: 10.1111/jdv.1345