Flowzytometrie

Zuletzt aktualisiert am: 19.06.2018

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Autor: Prof. Dr. med. Peter Altmeyer

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Synonym(e)

Durchflusszytometrie; FACS; Fluorescence activated cell sorting

Definition

Nachweismethode, die es ermöglicht, gleichzeitig physikalische und molekulare Parameter auf Einzelzellniveau zu messen. Es besteht in der klinischen Diagnostik die Möglichkeit, Abwehrfunktionen des Immunsystems zu bestimmen (s. beispielhaft u. Basophilenaktivierungstest).

Allgemeine Information

  • Bei der Flowzytometrie strömen in einer dünnen Kapillare mit fluoreszierenden Antikörpern markierte Zellen einzeln hintereinander durch ein Laserlicht, das durch die jeweilige Zelle gestreut wird. Anhand dieser Lichtstreuung werden sowohl Granularität als auch Volumen der Zellen gemessen und diese Signale in einem x-y-Diagramm auf dem Monitor dargestellt. Auf diese Weise können Zellen der gleichen Gruppe elektronisch aus einem Zellgemisch heraussortiert und identifiziert werden.
  • Mittels spezifischer, monoklonaler, fluoreszenzgekoppelter Antikörper (mAk) können Oberflächenmoleküle (s.u. CD-Klassifikation) der Zellen bestimmt und dadurch bestimmte Eigenschaften und Funktionen der Zellen definiert werden (s.a. Basophilenaktivierungstest).
  • Das Messgerät besteht aus einem kombinierten System von Optik und Elektronik. Durch einen Laser erfolgt zunächst eine Anregung der an den mAk`s gekoppelten Fluoreszenzfarbstoffen. Die emittierten Fluoreszenzsignale werden dann von Photonenverstärkern empfangen und letztendlich als Ereignis (event) an einen Computer weitergegeben, wo sie bearbeitet werden können. Je nach Spezifikation der verwendeten Geräte können drei oder mehr verschiedene Fluoreszenz-Farbstoffe in einer Analyse gleichzeitig eingesetzt werden. Vom Laserlicht angeregt, senden sie dann gut trennbare Lichtsignale aus, die mit Detektoren getrennt analysiert werden können.

Indikation

Anwendung u.a. bei:
  • Charakterisisierung von kutanen Lymphomen
  • Zellaktivierungsnachweis
  • HIV-Infektion (Diagnostik und Therapieverläufe)
  • Apoptosenachweis (Einfluss von Medikamenten, z.B. nach Hochdosis-Steroidtherapie, nach UVA-, oder UVB-Bestrahlung)
  • Intrazellulären Zytokinnachweisen (Charakterisierung von Th1/TH2-Zellen)
  • Zellzyklusanalysen von Zellpopulationen (Bestimmung von Go/G1/G2/ M/S-Phase)
  • Phagozytosemessungen (Monozyten und Granulozyten)
  • Messungen des respiratorischen Burst (Monozyten und Granulozyten)
  • Basophilenaktivierungstest (z.B. bei Verdacht auf Wespengiftallergie; Latex-Allergie s.a.u. Basophilendegranulationstest)
  • Spermienanalysen.

Tabellen

CD3

CD13

CD15

CD20

CD30

CD34

CD45

CD68

CD75

CD79a

Oct-2

Pax-5

PU.1

TdT

Vorläufer-B-Zell-Neoplasie

-

-

-/+

-

+/-

+/-

-

+

+

Reife B-Zell-Neoplasie

-

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+

-/+

-

+

-/+

+

-

Vorläufer-T-Zell-Neoplasie

+

-/+

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-/+

+/-

-

-/+

+/-

Reife T-Zell- und NK-Zell-Neoplasie

+/-

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-/+

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+

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Noduläres Lymphozyten-prädominantes Hodgkin-Lymphom

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Klassisches Hodgkin-Lymphom

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+/-

-/+

+

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-/+

+

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Akute myeloische Leukämie

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-/+

+/-

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-/+

Mastzell-Neoplasie

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+

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+

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Neoplasien von dendritischen/ histiozytischen Zellen

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+/-

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